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Der Sport im Ort:Saisonstart mit Fans

EHC Klostersee und TSV Grafing spielen vor Publikum

Von René Becker, Grafing

Wer von der Zuschauertribüne im Grafinger Eisstadion lautstark seine Mannschaft unterstützen möchte, kann das tun. Wie der EHC Klostersee mitteilt, dürfen Eishockeyfans wieder bei den Spielen zusehen. Der EHC plane nach jetzigem Stand mit Publikum, sagt Sascha Kaefer, Vorsitzender des Vereins. Die Zuschauerzahl ist auf 200 Personen begrenzt. Dauerkartenbesitzer erhalten den Vortritt.

Bei den Volleyballern des TSV fiel die Entscheidung, dass Fans zusehen dürfen, erst am Freitagmittag. Offiziell gilt die zweite Bundesliga Süd als Profiliga. Und Profiteams dürfen derzeit keine Zuschauer haben. Die Grafinger verstehen sich in ihren Vereinsstrukturen jedoch als Amateurverein. Damit haben sie die Erlaubnis, vor maximal 200 Zuschauern spielen zu dürfen. So argumentiert Johannes Oswald, Manager des Volleyballteams: Der TSV könne allein von seinen Zuschauerkapazitäten her kein Profiverein sein. Die Spielstätte hat Sitzplätze für maximal 800 Personen. Dieses Definitionsproblem, ob nun Profi oder Amateur, würde viele weitere Vereine betreffen, so Oswald.

Der TSV Grafing hat bereits die sogenannte Solidaritätskarte eingeführt. Sie ermöglicht den freien Eintritt zu den Heimspielen, solange diese mit Zuschauern stattfinden dürfen, gibt dem Käufer aber auch die Möglichkeit, das Team zu unterstützen. Der Mindestpreis für Erwachsene beträgt bei 14 geplanten Heimspielen 60 Euro, ist jedoch nach oben offen. So ist die Unterstützung des Vereins das zentrale Element dieses Tickets. Laut Oswald nahmen die Fans die Karte gut an. Einige zahlten sogar mehr als den geforderten Mindestbetrag. Dieser Idee würden jetzt mehrere Vereine aus der Liga folgen, so der Manager.

Beim EHC Klostersee sind Dauerkarten diese Saison nicht mehr übertragbar, sondern personengebunden, berichtet Vereinsvorsitzender Kaefer. Zudem wurden die Eintrittspreise im Zuge der Corona-Maßnahmen verändert. Man hoffe, dass nicht viele Sponsoren abspringen.

Die Grafinger Volleyballer haben bereits ihr erstes Saisonspiel hinter sich. So gewann der Vorjahres-Zweite auswärts bei TuS Kriftel vor 38 ausgewählten Zuschauern. Das Spiel war sehr eng, am Ende gewann Grafing nach fünf Sätzen mit 3:2. Am Samstag, 19 Uhr, folgt das erste Heimspiel mit erst einmal 100 Zuschauern in der Jahnsporthalle. Dazu wurde ein Hygienekonzept vorbereitet; es wird kein Bier und kein Essen verkauft, berichtet Oswald. Es sind noch wenige Tickets an der Abendkasse erhältlich.

Der EHC Klostersee wird ebenfalls mit einem Auswärtsspiel in die neue Saison starten, jedoch erst Anfang Oktober. Der Verein plant all seine Heimspiele sowie eventuell auch die Nachwuchsspiele per Streaming-Dienst zu übertragen - gegen Anmeldung und Gebühr. Zudem werden gegnerische Fans leider keinen Zutritt in das Stadion erhalten, so Vorsitzender Kaefer.

© SZ vom 19.09.2020
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