Denkmalschutz Ein neues Gewand muss her

Seit 154 Jahren thront die Marienstatue, hier eine Aufnahme von 2015, über dem Ebersberger Zentrum.

(Foto: Peter Hinz-Rosin)

Restaurierung der Ebersberger Marienstatue wird aufwendiger

Um ihre Aussicht ist sie durchaus zu beneiden, die Marienstatue, die seit mehr als 150 Jahren auf ihrer Säule am Ebersberger Marktplatz thront. Ein bisschen gefährlich ist der Logenplatz allerdings schon geworden, die Säule hat vor einigen Jahren angefangen zu bröseln. Darum wird sie seit einigen Wochen saniert und auch die Statue soll voraussichtlich im Herbst wieder in altem Glanz erstrahlen - wobei die Restaurierung wohl aufwendiger wird als gedacht.

Wie Christian Stalla vom Bauamt nun erklärte, habe man zunächst zwei Optionen für die Statue geprüft: entweder eine Sanierung oder eine Replik. Welche Möglichkeit gewählt werden soll, darüber hätten eigentlich die Mitglieder des Technischen Ausschusses in ihrer jüngsten Sitzung abstimmen sollen - doch das Denkmalamt hat ihnen nun die Entscheidung abgenommen. Die Behörde machte klar, dass der Ersatz der Statue durch eine Kopie gar nicht in Frage komme.

Zum einen, weil die Marienstatue im Grunde noch ganz gut erhalten ist. Die Figur aus Zinkguss bräuchte allerdings einen neuen Überzug, ursprünglich war dieser aus poliertem Kupfer, und genau so soll das neue Gewand der Maria auch wieder werden. Die zweitens, so die Denkmalschützer, eine echte Rarität sei, vor allem wegen ihres Alters. Die Statue ist nämlich deutlich älter als die Mariensäule, zumindest als jene, die derzeit auf dem Marktplatz steht.

Diese war 1913 als Ersatz für ein altes Brunnendenkmal der Malteser aus dem Jahr 1785 errichtet worden. Der Brunnen sollte an den Bau der ersten Wasserleitung in die Stadt erinnern. Mitte des 19. Jahrhunderts, genauer im Jahr 1864 kam dann die Marienstatue auf den Brunnen - und dieser selbst ist seitdem als Mariensäule bekannt. Wie heute mussten aber auch vor 105 Jahren die Wasserleitungen in der Innenstadt neu verlegt werden - und dabei stand der alte Brunnen im Weg. Er wurde also abgerissen und ein paar Meter neu aufgebaut, was bei vielen Ebersbergern damals für Ärger sorgte - und auch über die Stadtgrenzen hinaus. Sogar Ludwig Thoma soll sich damals in einem Brief bei Bürgermeister Georg Radl beschwert und für den Erhalt des Brunnens eingesetzt haben. Indes, ohne Erfolg, seit 105 Jahren gibt es nun die neue Mariensäule - allerdings hat die alte dank der Statue zumindest zu einem Teil überdauert. Und genau darum sei die Maria auch unbedingt zu erhalten, zu sanieren und an ihrem alten Platz wieder aufzustellen, so die Denkmalschützer.

Auch wenn dies die Kosten für die Sanierung wohl etwas erhöhen dürfte, wie man im Bauamt erwartet. Genaue Zahlen gebe es zwar noch nicht, allerdings werde das neue Gewand der Maria wohl deutlich teurer ausfallen als die 9000 Euro, die man bisher für die Instandsetzung der Statue eingeplant hatte. Insgesamt sind für die Arbeiten an der Säule 50 000 Euro im Haushalt vorgesehen.