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Debatte um gemeinsames Hallenbad:Eines für alle

Das Hallenbad in Markt Schwaben 

(Foto: EBE)

Vaterstetten will zusammen mit den Nachbargemeinden ein gemeinsames Hallenbad bauen. In den kommenden Monaten wollen die Bürgermeister darüber beraten.

Im Nordwesten des Landkreises könnte es bald ein neues großes Hallenbad geben. Diese Idee stellte Vaterstettens amtierender Bürgermeister Martin Wagner (CSU) am Montag auf der Bürgerversammlung vor. Demnach könnten die Gemeinden Zorneding, Markt Schwaben, Poing und Vaterstetten ein gemeinsames Hallenbad errichten und betreiben. In den kommenden Monaten würden sich die Bürgermeister der Gemeinden treffen, um das Vorhaben zu besprechen, so Wagner. Er hält auch eine finanzielle Beteiligung des Landkreises an den Betriebskosten eventuell für möglich.

Hintergrund des Vorschlags sind die Probleme vieler Schwimmhallen im Landkreis. So musste das Hallenbad im Keller der Poinger Grundschule an der Karl-Sittler-Straße im Februar 2011 aus hygienischen Gründen bis auf weiteres geschlossen werden. Ob und wann es wieder eröffnet werden kann, oder ob es zusammen mit der Schule saniert oder gar ganz abgerissen wird, hat der Gemeinderat noch nicht entschieden. In Vaterstetten hingegen ist das Ende der Schwimmhalle seit vergangenem Jahr beschlossene Sache. Die Grund- und Mittelschule an der Gluckstraße wird abgerissen und an anderer Stelle neu gebaut, für ein neues Bad gibt es in der Gemeinde derzeit aber kein Geld.

Am besten steht im Landkreiswesten noch das Hallenbad Markt Schwaben da, doch auch dieses macht Probleme. Das Dach gilt als unsicher, schneit es im Winter zu viel, muss die Halle gesperrt werden. Erst kürzlich beschloss der Markt Schwabener Gemeinderat, das Schwimmbaddach für mindestens 80 000 Euro sanieren zu lassen. Ob das Bad, welches der Gemeinde ein jährliches Defizit von einer halben Million Euro beschert damit aber endgültig gerettet ist, steht noch nicht fest.

Deshalb zeigt sich Markt Schwabens Bürgermeister Georg Hohmann (SPD) der Idee seines Vaterstettener Amtskollegen gegenüber "nicht abgeneigt", er habe bereits mit Wagner kurz darüber gesprochen. Ob sich die Marktgemeinde aber beteiligen werde, hänge davon ab, "was er sich vorstellt". Wichtig sei, dass das neue Bad von den Bürgern angenommen wird, und natürlich, dass es der Gemeinde weniger Kosten verursacht, als das bestehende. Ähnlich abwartend zeigt man sich in Zorneding. "Wir sind in freudiger Erwartung und schauen uns das an", sagt Bürgermeister Piet Mayr (CSU). An der Gesprächsrunde der Bürgermeister werde er auf jeden Fall teilnehmen, so Mayr, danach werde der Gemeinderat entscheiden, ob sich eine Beteiligung Zornedings lohne. Poings Bürgermeister Albert Hingerl (SPD) erklärt, er begrüße grundsätzlich Initiativen zur interkommunalen Zusammenarbeit. Bevor man sich aber für oder gegen eine Teilnahme entscheide, müssten zunächst die Einzelheiten wie Standort, Kosten und Nutzungszeiten geprüft werden.

Dass sich der Landkreis ebenfalls beteiligt, etwa an den Betriebskosten, erscheint dagegen eher fraglich. Grundsätzlich sei das zwar "in der Sache durchaus diskutabel", sagt Landrat Robert Niedergesäß (CSU). Die Gemeinden müssten sich aber auch im Klaren darüber sein, dass dies "natürlich voll über die Kreisumlage finanziert werden" müsse. Andernfalls erlaube "die finanzielle Situation des Landkreises keine weiteren Projekte oder die Übernahme von freiwilligen Leistungen beziehungsweise von Aufgaben der Gemeinden". Eine solche Übernahme ist laut einem Urteil des Verwaltungsgerichtshofes sogar ausdrücklich untersagt (siehe Kasten). Wie Niedergesäß weiter ausführt, sei er aber gerne bereit, "den Dialog zu diesem interessanten Thema" zu begleiten und zu moderieren.