R.W.B. McCormack, der texanische Ethnologe, wusste in seiner Abhandlung über das Volk der Bayern Folgendes zu berichten: „In kritischen Wahlbezirken werden die Bleistifte in den Wahlkabinen so kurz angebunden, dass nur der zuoberst stehende Wahlvorschlag angekreuzt werden kann.“ Als das Buch 1991 erschien, konnten viele über diese kleine Anmerkung lachen, die in Wirklichkeit auf das Konto von Gert Raeithel ging, einem Münchner Amerikanistikprofessor, der sich McCormack als schrulliges Alter Ego erdacht hatte. Denn tatsächlich schien es über Jahrzehnte hinweg in vielen Regionen Bayerns so, als ob es wirklich außer dem Wahlvorschlag ganz oben auf der Liste – der CSU eben – nicht viel gab.
Kommunalwahl 2026Die Zeit der Erbhöfe ist längst vorbei
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2020 schnitten die Christsozialen bei der Kommunalwahl so schlecht ab wie lange nicht mehr. Dass die Kurve dieses Mal wieder steil nach oben geht, ist eher nicht zu erwarten. Mancherorts stellt die CSU nicht einmal mehr Bürgermeisterkandidaten.
Von Barbara Mooser
