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Landkreis Ebersberg:Zahl der Corona-Infektionen nimmt deutlich zu

Bis zu 200 Menschen können im Diagnosezentrum im früheren Sparkassengebäude täglich getestet werden.

(Foto: Christian Endt)

Am Donnerstag waren 97 Infizierte registriert. Es fehlt weiter an Material - der Landkreis bittet um Mithilfe

Inzwischen sind fast 100 Menschen im Landkreis mit dem Coronavirus infiziert, das Landratsamt meldete am Donnerstag 97 Fälle. Das sind mehr als doppelt so viele wie eine Woche zuvor registriert waren, damals hatte das Landratsamt 37 Fälle gemeldet. Dass die Zahlen nach oben gehen, liegt allerdings auch daran, dass inzwischen mehr Tests möglich sind. Bis zu 200 Menschen können im Diagnosezentrum im früheren Kreissparkassengebäude täglich untersucht werden.

Fünf Kranke müssen beatmet werden

Doch auch die Zahl derer, die in der Kreisklinik intensivmedizinische Betreuung brauchen, steigt. Elf Coronapatienten werden derzeit behandelt, fünf von ihnen müssen auf der Intensivstation beatmet werden. Darüber hinaus gibt es 14 Verdachtsfälle. Sie werden isoliert stationär behandelt. In häuslicher Quarantäne befinden sich 437 Menschen. Seit Ausbruch der Pandemie wurden im Landkreis insgesamt 117 Menschen positiv auf das Corona-Virus getestet. 20 von ihnen sind inzwischen wieder gesund.

Die Kreisklinik rüstet sich für steigende Fallzahlen. Die Kapazitäten der Klinik selbst könnten bei Bedarf von 330 auf 500 Betten erweitert werden. Sollte das immer noch nicht reichen, würde die Hilfsklinik in der Dreifachturnhalle an der Realschule in Betrieb genommen. Hier könnten, wie Landrat Robert Niedergesäß am Donnerstag in einem Video erklärte, 105 weitere Patienten behandelt werden.

Es fehlt an Schutzkleidung und Masken

Laut einer Pressemitteilung des Landratsamts könnte man sich hier um Coronapatienten kümmern, die nicht intensivpflichtig sind, aber Sauerstoff und eine Vitalüberwachung brauchen. Es würden dort auch keine Pflegebedürftigen oder an Demenz erkrankten Patienten untergebracht. Der Standard in einem Hilfskrankenhaus könne nicht der gleiche sein wie in einer normalen Klinik, so das Landratsamt in seiner Mitteilung. Die Alternative in solchen Notsituationen seien beispielsweise Zelt- oder Containerkrankenhäuser, deren Standard aber noch niedriger wäre. Landrat Robert Niedergesäß: "Es bleibt die Hoffnung, dass das Hilfskrankenhaus in Ebersberg nie in Betrieb gehen muss, aber sich in der aktuellen Situation nicht vorzubereiten, wäre fahrlässig."

Nach wie vor stellt das fehlende Material ein großes Problem dar. Mittlerweile hat sich der Landkreis sogar über die sozialen Netzwerke an die Menschen gewandt und sie um Unterstützung gebeten. Schutzmasken, Schutzkleidung und Schutzbrillen fehlen in Pflegeheimen und Arztpraxen, immer noch komme im Landkreis aus der zentralen Verteilung viel zu wenig an, heißt es aus dem Landratsamts. Es werde auf allen Kanälen daran gearbeitet, den notwendigen Nachschub zu erhalten.

© SZ vom 27.03.2020 / SZ
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