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Gesundheit:Coronavirus: Entwarnung für zwei Verdachtsfälle im Kreis Ebersberg

Concern In South Korea As The Wuhan Covid-19 Spreads

Symbolfoto.

(Foto: Getty Images)

Zwei China-Rückkehrer melden sich mit grippeartigen Symptomen beim Ebersberger Gesundheitsamt. Zunächst werden sie isoliert - dann steht das Ergebnis der Untersuchung fest.

Nachdem in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg neue Verdachtsfälle von Infizierungen bekannt wurden, steigt auch im Landkreis Ebersberg die Sorge vor dem neuartigen Coronavirus. Viele Menschen wenden sich an das Gesundheitsamt Ebersberg, um zu erfahren, ob sie gefährdet sind oder ihre Symptome von einer Infektion mit Covid-19 zeugen. "Bisher konnte kein einziger Fall einer Infektion mit dem Coronavirus im Landkreis Ebersberg nachgewiesen werden", sagt Hermann Büchner, Leiter des Gesundheitsamts Ebersberg.

In den vergangenen Tagen meldeten sich etwa Menschen, die in NRW Karneval feierten und nun eine Ansteckung fürchten, oder auch Heimkehrer aus dem Italien-Urlaub. Büchner verweist darauf, dass nicht ganz Italien als Risikogebiet gilt, sondern nur die Provinz Lodi in der Region Lombardei und die Stadt Vo in der Provinz Padua. "Das Gros der Skifahrer ist nicht betroffen", so Büchner.

Vor einigen Wochen hatten sich zwei China-Reisende mit grippeähnlichen Symptomen im Gesundheitsamt Ebersberg gemeldet und waren vorsorglich isoliert in der Kreisklinik Ebersberg untergebracht worden. Der Verdacht auf eine Infektion mit Covid-19 hatte sich jedoch nicht bestätigt. Außerdem hatte es in Ebersberg vier Kontaktpersonen zu Mitarbeitern des Autozulieferers Webasto im Landkreis Starnberg gegeben, in dessen Belegschaft die ersten Infektionen in Bayern bekannt geworden waren. Auch bei ihnen wurden mehrfach Abstriche vorgenommen, die jedoch immer negativ ausfielen.

"Der häufigste Erreger im Landkreis ist immer noch das Influenza-Virus"

"Der häufigste Erreger im Landkreis ist immer noch das Influenza-Virus", so Büchner. Hatte es in der ersten Kalenderwoche 2020 gerade mal einen Infizierten gegeben, war die Zahl im Februar sprunghaft angestiegen und betrug sogar einmal 98 neue Fälle in nur einer Woche. Momentan sind 424 laborbestätigte Influenzafälle im Landkreis Ebersberg bekannt. "Das ist nur die Spitze des Eisbergs", so Büchner. Die Wahrscheinlichkeit, sich derzeit mit Influenza anzustecken, sei also viel höher als eine Infektion mit dem Coronavirus. In den vergangenen Wochen sind die Ansteckungen mit Influenza jedoch leicht rückläufig; es deute sich, so Büchner, das Ende des Höhepunkts an.

Wer Fieber oder Husten habe, solle - wie bei jedem Verdacht auf eine Infektionskrankheit - zuerst beim Arzt anrufen, damit dieser ihn dann in ein isoliertes Wartezimmer setzen oder an Beginn oder Ende der Praxisöffnungszeiten schieben könne, so Büchner. Nur so könne man vermeiden, mehr Menschen anzustecken. Weitere Ratschläge seien in die Armbeuge zu niesen oder zu husten sowie sich häufiger die Hände mit Seife zu waschen. Wer entsprechende Symptome aufweist, soll nach dem Abstrich zu Hause bleiben und mit möglichst wenigen Menschen Kontakt haben, bis das Ergebnis da ist.

War anfangs nur das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit befähigt, anhand von Abstrichen das Virus nachzuweisen, sind nun mehrere Labore ausgewiesen, an welche sich niedergelassene Ärzte wenden können.

Aktuelle Informationen zu Covid-19 gibt es auf der Homepage des Gesundheitsamts Ebersberg sowie auf der Seite des Robert-Koch-Instituts.

© SZ vom 28.02.2020/koei
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