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Corona-Pandemie:Bewohner von vier Pflegeheimen im Landkreis Ebersberg infiziert

Corona-Reportage Kreisklinik Ebersberg

In der Kreisklinik werden momentan 19 Patienten mit einer Covid-19-Erkrankung behandelt.

(Foto: Peter Hinz-Rosin)

Die Lage entspannt sich nicht: Ein weiterer Patient stirbt, die Infektionszahlen bleiben hoch - und für manche Kirchen gibt es schlechte Nachrichten

Die zweite Welle der Corona-Pandemie macht sich zunehmend in den Seniorenheimen im Landkreis bemerkbar. Momentan sind nach Angaben des Landratsamts bei Bewohnern von vier Einrichtungen Infektionen nachgewiesen: im Caritas-Altenheim Marienheim in Glonn, im Caritas-Altenheim St. Korbinian in Baldham, im Pflegestern-Seniorenzentrum in Poing und im Carecon-Seniorenwohnpark Vaterstetten. In den betroffenen Heimen wurden laut Landratsamt alle Bewohner und Mitarbeiter untersucht, demnächst werden sie einem zweiten Test unterzogen. Die infizierten Bewohner werden entsprechend isoliert.

Es sind immer mehr Ältere betroffen

Insgesamt steigt unter anderem auch wegen der betroffenen Heime die Zahl der Älteren, die sich mit dem Virus anstecken. Laut einer Statistik des Landratsamts vom 24. November waren zu diesem Zeitpunkt gerade 79 Menschen im Alter zwischen 70 und 99 Jahren infiziert, das ist ein Anteil von 21,7 Prozent an allen aktuell Betroffenen. Betrachtet man die gesamte Zeit der Pandemie, liegt der Anteil bei 10,9 Prozent. Den größten Anteil unter den Infizierten - nämlich 33,2 Prozent - machen derzeit die 40- bis 59-Jährigen aus, 26,7 Prozent stammen aus der Altersgruppe zwischen 20 und 39 Jahren.

Insgesamt entspannt sich die Infektionslage im Landkreis weiterhin nicht. Die Zahl der Infizierten bleibt hoch und liegt, Stand Freitag, bei 402 Menschen. Auch einen weiteren Todesfall meldet das Landratsamt, ein älterer Corona-positiver Landkreisbürger sei in einer Münchner Klinik gestorben. Damit steigt die Zahl der Todesfälle in Zusammenhang mit Corona im Landkreis auf 19.

Die Sieben-Tage-Inzidenz bleibt unter 200

In der Kreisklinik werden im Moment nach Angaben des Landratsamts 19 Patienten mit einer Covid-19-Erkrankung behandelt, 13 davon aus dem Landkreis Ebersberg. Drei Patienten befinden sich auf der Intensivstation und werden dort beatmet. Zudem gibt es in der Klinik drei Verdachtsfälle. Die Sieben-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfizierten pro 100 000 Einwohner binnen einer Woche, hat den kritischen Wert von 200 aber am Freitag nicht erreicht, er ist leicht abgesunken und liegt nun bei 192,5. Bei einer Inzidenz von 200 müssten im Landkreis weitere Verschärfungen der Präventionsmaßnahmen folgen, unter anderem sieht Bayern die Schließung von Wochenmärkten, Musik- und Fahrschulen vor.

Während die Kirchen trotz der neuen Verschärfung der Präventionsmaßnahmen nach wie vor offen bleiben dürfen, bremst jetzt das Landratsamt etwas den Enthusiasmus, mit dem sich die Kirchengemeinden an die Planungen für die Weihnachtsgottesdienste gemacht haben. Sie haben Post von Landrat Robert Niedergesäß erhalten, der für Beratungstermine mit den zuständigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Landratsamt wirbt. Es gehe darum, so Niedergesäß, "wie die Feier der Weihnachtsgottesdienste in Zeiten von Corona in einem sicheren und geeigneten Rahmen ermöglicht werden kann". Man wollen nicht in der Rolle einer "Verbotsbehörde" auftreten, sondern partnerschaftlich beraten und dabei helfen, gemeinsam Risiken zu erkennen.

Gottesdienste im Stadion sind "leider ausgeschlossen"

Vor allem eine Passage im Landrats-Brief dürfte aber in einigen Pfarrgemeinden Enttäuschung verursachen, es geht darin um Weihnachtsgottesdienste in Sportstadien. Eine Veranstaltungsgenehmigung seitens des Landratsamtes sei grundsätzlich nicht nötig, heißt es in dem Schreiben: "Allerdings wären zum Beispiel Gottesdienste in Sportstätten derzeit auch nicht genehmigungsfähig, weil durch die derzeit geltende Rechtslage Veranstaltungen jeglicher Art dort leider ausgeschlossen sind." Damit sind unter anderem die Planungen der Petrikirche in Baldham Makulatur, die sich schon dafür entschieden hatte, an Heiligabend ins Stadion umzuziehen. Auch in anderen Gemeinden hatten Kirchen Freiluftgottesdienste in Sportstätten erwogen, um den erwarteten Andrang in dieser besonderen Nacht Herr werden zu können. Der Landrat versichert den Kirchenvertretern, dass man das Thema gerne politisch "nach oben spiegeln" werde, um hier eine Lösung zu finden.

© SZ vom 28.11.2020
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