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Corona im Landkreis Ebersberg:Gerade noch nicht dunkelrot

Coronavirus - Schulunterricht mit Masken

Symbolfoto.

(Foto: Boris Roessler/dpa)

Der Landkreis Ebersberg nähert sich der nächsten Corona-Warnstufe. Über das Wochenende ist die Sieben-Tage-Inzidenz auf knapp unter 100 angestiegen.

Von Barbara Mooser, Ebersberg

Im Nachbarlandkreis München ist es schon so weit, auch im Landkreis Ebersberg könnten bald eine noch frühere Sperrstunde und weitere Beschränkungen der Kontakte folgen: Die Infektionszahlen im Landkreis nähern sich der Warnstufe "dunkelrot" auf der Corona-Ampel der bayerischen Staatsregierung Am Montag war bei 153 Menschen aus dem Landkreis eine Infizierung mit dem Coronavirus nachgewiesen. Der Wert für die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz ist nach Angaben des Landratsamts über das Wochenende deutlich angestiegen und liegt nun bei 93,82.

Ab der Marke 100 sieht der Freistaat weitere Einschränkungen zur Eindämmung der Pandemie vor, etwa eine Sperrstunde um 21 Uhr - statt bisher 22 Uhr - sowie ein Alkoholverkaufsverbot an Tankstellen und ein Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen ebenfalls von 21 Uhr an. Veranstaltungen sind dann nur noch mit maximal 50 Personen erlaubt, Ausnahmen sind Gottesdienste, Demonstrationen und Hochschulveranstaltungen. Allerdings haben die Kreisverwaltungsbehörden die Möglichkeit, über eine sogenannte Allgemeinverfügung die in der Corona-Ampel genannten Regelungen an die Situation vor Ort anzupassen.

Diese Möglichkeit hat Landrat Robert Niedergesäß (CSU) bei der Aussetzung der Maskenpflicht an Grundschulen genutzt. Eigentlich sehen die Regeln des Freistaats vor, dass ab einem Inzidenzwert von 50 auch Grundschüler im Unterricht Masken tragen müssen. Im Landkreis Ebersberg hat der Landrat sich aber gegen die Maskenpflicht entschieden, ebenso wie Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) und einige andere Landräte in Bayern. Für den Dienstag ist ein Treffen des Corona-Krisenstabs im Landratsamt angesetzt.

Nach wie vor ist vom Infektionsgeschehen der nördliche und westliche Landkreis am stärksten betroffen: Die meisten Infektionen, nämlich 29, sind derzeit in Vaterstetten nachgewiesen. Markt Schwaben und Poing folgen mit 25 beziehungsweise 24 Infektionen. In der Kreisstadt selbst sind derzeit elf Personen mit dem Coronavirus infiziert, in Grafing neun, in Zorneding sechs. In Forstinning, Hohenlinden, Kirchseeon und Oberpframmern sind jeweils fünf Bürgerinnen und Bürger betroffen. In den meisten anderen Gemeinden liegt die Zahl der Infizierten im niedrigen einstelligen Bereich, in Emmering, Baiern und Bruck gibt es sogar momentan gar keine Coronafälle.

Auch wenn vorerst das öffentliche Leben im Landkreis noch nicht weiter herunter gefahren wird, reagieren doch viele Veranstalter und Kommunen auf die rasant steigenden Infektionszahlen. Die Gemeinde Anzing etwa hat am Montag verkündet, dass das Rathaus nun wieder bis auf Weiteres für den Besucherverkehr geschlossen wird. Termine müssen vorher vereinbart werden. Auch die Anzinger Bürgerwerkstatt zur Ortsmitte am 29. Oktober soll anders als zunächst geplant nur digital stattfinden. Nähere Informationen und einen Link zur Anmeldung finden Interessierte auf der Internetseite www.anzing.de unter dem Reiter Aktuelles.

Viele Veranstaltungen im Herbst und Winter, die für gewöhnlich zahlreiche Besucher anziehen, fallen aus oder werden verschoben - selbst dann, wenn sie in großzügigen Veranstaltungsräumen wie dem Alten Speicher in Ebersberg geplant waren. In der vergangenen Woche sagte bereits die Stadt Ebersberg die Mitte November geplante Veranstaltung "Europa furioso" - Musik am Nachmittag" für Senioren ab, nun folgt die beliebte Weihnachtsshow der Tanzsportabteilung des TSV Ebersberg, die Anfang Dezember stattfinden sollte. "Es stimmt uns sehr traurig, dieses Jahr nicht für euch tanzen zu können. Wir freuen uns aber um so mehr, wenn wir euch nächstes Jahr mit noch mehr Vielfalt und Energie unsere Tanzchoreografien zeigen können", schreibt Abteilungsleiterin Tracey Bayer in einer Pressemitteilung.

Immerhin: Es gibt sogar schon einen Termin fürs nächste Jahr, dann soll die Show am 11. und 12. Dezember zu sehen sein. Zusätzlich ist für den Sommer eine Outdoor-Tanz-Veranstaltung geplant. Der Ski- und Sportbasar des WSV Glonn ist ebenfalls in diesen Tagen abgesagt worden - zum ersten Mal seit 1991. "Viele Überlegungen zum Ablauf kamen auf, jedoch wurde keine sinnvoll machbare Lösung gefunden", teilt das Veranstaltungs-Team mit.

© SZ vom 27.10.2020/koei
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