Co-Working in Grafing:Auftakt in der Griesstraße

In der Stadt entstehen die ersten Pop-up-Büroplätze und schon im Sommer könnte der Umzug an den Marktplatz anstehen. Derweil steigt ein stadtbekannter Investor bei der "Zamworking"-Gesellschaft ein

Von Thorsten Rienth, Grafing

Der Start für den Grafinger Co-Working Space "Zamworking" ist gemacht: Mehr oder weniger umgehend kann die kürzlich gegründete Gesellschaft in vorübergehende Pop-up-Flächen in einigen städtischen Räumlichkeiten in der Griesstraße 27 einziehen. Die langfristige Lösung entscheidet sich in einer der nächsten Stadtratssitzungen zwischen zwei durchaus attraktiven Optionen direkt am Grafinger Marktplatz.

Dass Initiatoren an ihren Projekten wenig Zweifel hegen, liegt in der Natur der Sache. Also befand am Dienstagabend in Gabriele Köhler, die gemeinsam mit Lisa Lohoff eine der beiden Initiatorinnen des Grafinger Co-Working ist: "Wir waren total überrascht von der Resonanz." Manch Interessent würde lieber heute als morgen einziehen. Sogar lokale Unternehmer hätten sich gemeldet, weil sie sich die Anmietung einiger "Spaces" als alternatives Home-Office für ihre Mitarbeiter überlegen.

An dem nun erstmals in einem Gremium der Stadt vorgestellten Projekt für Grafing hegt auch der Bürgermeister wenig Zweifel. "Wir haben mit dem Projekt die Möglichkeit, Gründer anzulocken, die sonst anderswo hingehen würden", befand Christian Bauer (CSU) in der Sitzung. "Ich bin der vollen Überzeugung, dass das hier der richtige Weg ist."

Das hier, das sind nach den Köhler-Lohoff-Plänen einmal die klassischen Co-Working-Spaces. Zum anderen das an diese Räumlichkeiten angedockte Gründerzentrum. Hintergrund sei schlicht, dass beide Konzepte auf der gleichen Infrastruktur fußen. Hierzu gehören zum Beispiel Veranstaltungs- und Besprechungsräumlichkeiten, High-Speed-Internetanschlüsse oder ein kleines Bistro.

Co-Working-Space Grafing

Zwei zentrale Grafinger Adressen stehen als langfristiges Zuhause der Co-Working-und Gründerzentrumsinitiative "Zamworking" zur Debatte. Das "Kipfelsberger"-Haus (rechts) und das "Wildbräu"-Gebäude (links).

(Foto: Peter Hinz-Rosin)

Während die Zamworking GmbH ihre "Spaces" in kompletter Eigenregie aufziehen will, würde sich die GmbH zusätzlich als externer Auftragnehmer um den Betrieb des Grafinger Gründerzentrums kümmern. Für Gabriele Köhler ist dies so etwas wie der Hebel für die Machbarkeit des Zentrums: "Dadurch entstehen Synergien, die ein eigenes städtisches Gründerzentrum für die Stadt vergleichsweise günstig machen."

Vertragspartner wären allerdings nicht mehr die beiden Gründerinnen alleine, teilten diese in der Sitzung mit. Der Grafinger Experte für Simulationssoftware, Cadfem, hätte einen Einstieg in die dann als GmbH&Co KG firmierende Gesellschaft zugesagt. "Das Unternehmen ist der beste Partner, den wir uns vorstellen können", ordnete Lohoff ein. "Auf der ganzen Welt vernetzt und super-bodenständig." Für Cadfem, das zeigt ein Blick auf deren Webseite, ist es nicht der erste Einstieg in ein Start-Up. Es dürfte der Firma also um mehr gehen, als lediglich ein Experiment.

Während die CSU-Bürgermeisterfraktion sowie die Freien Wähler sämtlichen Plänen sehr offen gegenüber stehen, sind Grüne und Bayernpartei zumindest hinsichtlich eines großen Gründerzentrums eher skeptisch. Wenngleich er die Idee prinzipiell "sehr gut" finde sagte Grünen-Stadtrat Sepp Biesenberger, "will ich hier schon erst einmal eine konkrete Projektrechnung sehen". Ähnlich sah es in der Sitzung Walter Schmidke von der Bayernpartei. "Prinzipiell klingt das alles toll. Aber ich vermisse hier eine Risikoabschätzung, was so ein Gründerzentrum für uns als Kommune finanziell bedeutet." Das sei freilich so vorgesehen, beschwichtigte Bürgermeister Bauer.

Co-Working-Space Grafing

Derweil sollen in der Griesstraße 27 Pop-up-Büros entstehen.

(Foto: Peter Hinz-Rosin)

Die Konditionen müssen Stadt und GmbH freilich noch aushandeln - und wiederum vom Stadtrat beschlossen werden. In diesem Zuge wird das Gremium auch über die langfristigen Räumlichkeiten beraten. Zur Debatte steht einmal der erste Stock im "Kipfelsberger"-Haus an der Marktplatz-Nordseite. Sowie ein Teil des "Wildbräu"-Gebäudes an der Ostseite.

An der grundsätzlichen Variante mit der Betreibergesellschaft von Zamworking und Cadfem will Bauer allerdings nicht rütteln. "Ich kann mir nicht vorstellen, jemanden im Rathaus für den Betrieb abzustellen."

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