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Bundestagswahl:Heimbach verzichtet auf Kandidatur

Die stellvertretende Regierungssprecherin wird sich nicht für die CSU um ein Bundestagsmandat bewerben.

Es ist ein Paukenschlag - und ein herber Schlag für die Ambitionen der Ebersberger Kreis-CSU. Überraschend hat Sabine Heimbach auf eine Kandidatur für die Bundestagswahl 2013 verzichtet. Die stellvertretende Regierungssprecherin aus Anzing erklärte am Samstag, nicht mehr für das interne Auswahlverfahren zur Verfügung zu stehen. Die Delegierten der CSU-Kreisverbände aus Erding und Ebersberg küren am 23. Februar ihren Bewerber für das Direktmandat des Wahlkreises Erding-Ebersberg. Heimbach galt - auch aufgrund ihrer Funktion als Regierungssprecherin - als große Favoritin.

Es ist eine kryptische Pressemitteilung, mit der Sabine Heimbach ihren Verzicht auf eine Kandidatur erklärt. Ihr Ziel, erläutert die Christsoziale, sei es stets gewesen, eine "Konsenskandidatur" für die CSU herbeizuführen. Die Voraussetzung hierfür sei seit Samstag aber nicht mehr gegeben: "Für andere Konstellationen stehe ich nicht zur Verfügung." Heimbach war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Seit Samstag haben sich die Rahmenbedingungen der bevorstehenden Nominierung grundlegend geändert. Denn bisher sah sich Heimbach mit Andreas Lenz aus Jakobneuharting und Jan-Patrick Fischer aus Markt Schwaben nur zwei Bewerbern aus dem eigenen Kreisverband gegenüber. Am Samstag aber nominierte der Erdinger Vorstand einstimmig den 46-jährigen Ministerialrat Josef Widmann als eigenen Kandidaten. Der Erdinger Kreisvorsitzende Martin Bayerstorfer bezeichnete Widmann, der im Landtagsamt arbeitet, als den "geeignetsten Kandidaten" und machte damit deutlich, dass sein Kreisverband den Nachbarn aus Ebersberg die Kandidatur nicht kampflos überlassen werde. Vor der Entscheidung des Vorstands hatten sich die drei Ebersberger Kandidaten den Erdinger Parteifreunden vorgestellt - und dabei anscheinend nicht überzeugen können. In der Folge traf die Führungsspitze der Erdinger CSU die Entscheidung, einen eigenen Kandidaten ins Rennen zu schicken - Heimbach erklärte ihren Rückzug.

Ebersbergs Kreisvorsitzende Angelika Niebler wurde von der Entscheidung ihrer Parteifreundin nicht überrascht: "Sabine Heimbach hat sich bis zuletzt offen gehalten, ob sie kandidiert. Ihr Wunsch war es, dass sich die Kreisverbände auf einen Kandidaten einigen - und das ist auch ihr gutes Recht." Überraschend war für sie hingegen, dass sich die Erdinger Parteispitze auf einen eigenen Kandidaten verständigte: "Bis Samstag wussten wir davon nichts. Aber ich glaube meinem Parteifreund Martin Bayerstorfer, dass es eine sehr spontane Entscheidung war."

Für die Ebersberger CSU könnte Heimbachs Entschluss weitreichende Konsequenzen haben. Mit Andreas Lenz und Jan-Patrick Fischer verbleiben zwei Bewerber, die sich zwar innerhalb der Kreis-CSU einen Namen gemacht haben - Lenz als Aßlinger JU-Chef, Fischer als Kreisvorsitzender des Arbeitskreises Außen- und Sicherheitspolitik -, in Erding aber besitzen beide keine eigene Hausmacht. Trotz des Rückzugs von Sabine Heimbach rechnet sich Angelika Niebler Chancen aus, einen eigenen Kandidaten durchsetzen zu können: "Ich bin zuversichtlich, dass es ein Ebersberger Kandidat wird. Der Kreisverband wird geschlossen hinter unserem Bewerber stehen." Am 17. Februar entscheiden die Ebersberger Delegierten, wen sie gegen Widmann ins Rennen schicken.

Zur entscheidenden Nominierungsveranstaltung entsenden sowohl der Kreisverband Erding als auch die Ebersberger CSU jeweils 80 Delegierte. Zuletzt konnte sich der Erdinger Max Lehmer zweimal durchsetzen und in der Folge auch das Direktmandat erringen.