Bürgermeisterwahl in Ebersberg Da waren es nur noch zwei

Alexander Gressierer und Marina Matjanovski bewerben sich um die Nachfolge von Bürgermeister Walter Brilmayer.

(Foto: Peter Hinz-Rosin)

Martin Schedo zieht Kandidatur zurück, Marina Matjanovski bleibt

Der innerparteiliche Wettstreit der CSU um die Bürgermeisterkandidatur in der Kreisstadt ist um einen Bewerber ärmer. Stadtrat und CSU-Fraktionssprecher Martin Schedo teilte nun mit: "Nach einer längeren Findungsphase habe ich mich entschlossen, nicht für das Amt des I. Bürgermeisters der Stadt Ebersberg zu kandidieren". Der 55-jährige Polizeibeamte bedankt sich bei allen, die ihn in den vergangenen Monaten bestärkt hatten, zu kandidieren.

Dass er es nun nicht tut, liege "ausschließlich im persönlichen, privaten Bereich". Schedo verweist auf seine Ehrenämter, er ist TSV-Vorsitzender, stellvertretender Vorsitzender des Verschönerungsvereins sowie im Vorstand der Kreisverkehrswacht. Diese Ämter könne er "durch meine Entscheidung auch weiterhin ausüben". Gleichzeitig erklärt die Stadträtin und Ortsvorsitzende der Frauen-Union Marina Matjanovski: "Nach einer längeren Findungsphase habe ich mich entschlossen, für das Amt des I. Bürgermeisters der Stadt Ebersberg zu kandidieren."

Die sehr ähnliche Formulierung legt nahe, dass sich die zwei Kandidaten-Kandidaten abgesprochen haben, was auch aus einem anderen Grund nicht ganz unwahrscheinlich ist: Dass der erst 23-jährige Stadtrat Alexander Gressierer ebenfalls als Bürgermeisterkandidat für die CSU antreten will. Kein Geheimnis ist, dass einige in der Partei lieber einen etwas politikerfahreneren Bewerber in den Wahlkampf schicken möchten und Matjanovski wie Schedo wären für diese Parteimitglieder geeignete Kandidaten - mit besseren Chancen, wenn es nur eine Bewerberin gibt.

Dass sie mit ihrer Erfahrung punkten will, macht Matjanovski in ihrer Erklärung zur Kandidatur auch deutlich: Sie verweist auf ihre Tätigkeit im Stadtrat und im Kreistag, "diese Arbeit ermöglichte mir Einsichten in der Finanzleistungskraft der Stadt und des Landkreises Ebersberg und half mir ein fundiertes Wissen anzueignen". Auch in puncto Lebenserfahrung sieht Matjanovski einen Vorsprung: "Als berufstätige Frau in Vollzeit und Mutter zweier Kinder musste ich Familie und Beruf immer unter einem Hut bringen." Dadurch könne sie "die Alltagsprobleme der Frauen und der alleinstehenden Männern, sowie der Familien und auch der Gesamtgesellschaft besser verstehen". Ebenfalls punkten möchte Matjanovski mit ihrer Berufserfahrung, die 58-Jährige ist Bereichsleitung der Kardiologie in der Kreisklinik. Dadurch sei sie nicht nur das flexible Arbeiten rund um die Uhr gewöhnt, auch "Ausdauer und Umgang mit Stresssituationen gehören zu meinen gewöhnlichen Arbeitsleistungen". Daneben verweist Matjanovski auf ihre ehrenamtlichen Tätigkeiten, etwa beim Volksfestverein oder als Fußballtrainerin und Betreuerin der Bambini im TSV. Nicht zuletzt sei sie auch ein Beispiel für "gelebte Integration", so Matjanovski, die in Skopje geboren wurde und seit 30 Jahren in Ebersberg lebt.

Wann sich entscheidet, wen die CSU auf ihre Wahlplakate druckt, steht noch nicht fest. Bisher heißt es immer, die Partei werde "noch im Frühjahr", einen Kandidaten oder eine Kandidatin nominieren. Nötig wird dies, weil Amtsinhaber Walter Brilmayer 2020 nach dann 26 Jahren als Bürgermeister aus Altersgründen nicht mehr antreten darf.