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Brucker Trinkwasser:Anschuldigungen nicht mehr als "Stimmungsmache"?

Josef Schwäbl ist selbst Landwirt, er verwende kein Glyphosat, sagt er. Ebenso wenig die anderen Landwirte in der Gemeinde. Er wisse von keiner Fläche im ganzen Gemeindegebiet, die mit dem Pflanzengift abgespritzt worden wäre. Als Reaktion auf das Flugblatt hätten sich Landwirte aus der Gemeinde bereits bei ihm gemeldet. Sie seien verärgert, als Verschmutzer des Trinkwassers hingestellt zu werden.

Dabei seien sie mehr als kooperativ, was den Landschaftsschutz angehe, wie Schwäbl betont. Rund um den Brunnen in Pullenhofen, welcher in einer Wasserschutzzone der Stufe zwei liegt, hätten sich die Landwirte auf freiwilliger Basis hohen Auflagen verpflichtet. Die Gemeinde zahle hierfür zwar eine Entschädigung, dennoch sei das Entgegenkommen groß, die Flächen würden etwa nicht mehr gedüngt.

Schwäbl selbst zeigte sich "überrascht" angesichts der hohen Glyphosatwerte, deren Herkunft es nun nachzuweisen gelte. "Wenn das Glyphosat nicht in Bruck ins Wasser gelangt, muss es schon drin sein, wenn das Wasser hier ankommt", sagt er. Beim Trinkwasser handele es sich um Schichtenwasser, welches aus Richtung Falkenberg ins Gemeindegebiet fließe. "Ich möchte nichts verniedlichen, wir müssen die Ursache finden", sagt Schwäbl. Zunächst aber gelte es, die Werte Aubergers nachzuprüfen: Schwäbl hat eine Messung auf Pflanzenschutzmittel beauftragt.

Von der Gemeinde heißt es, das Trinkwasser sei sauber

Den Vorwurf, Messungen bewusst verzögert zu haben, weist er von sich. "Wir machen alle Messungen, die vom Gesundheitsamt angeordnet werden", sagt er. Diese bemessen sich nach der Menge des abgegebenen Wassers, im Fall der Brucker Wasserversorgungsganlage müssen pro Jahr vier Routineuntersuchungen gemacht werden und eine umfassende Messung. Lediglich Letztere beinhaltet auch eine Untersuchung auf Pflanzenschutzmittel.

Diese Messung soll in Bruck im Herbst stattfinden. Für Schwäbl ist entscheidend, dass der vom Labor übermittelte Befund die vergangenen Jahre immer ohne Auffälligkeiten gewesen ist, das Trinkwasser also sauber. Die Anschuldigen Aubergers nennt er "Stimmungsmache". Die beiden kennen sich und ihre konträren politischen Positionen bereits von einem Streit um ein in Taglaching geplantes Gewerbegebiet. Auch damals wurden Flugblätter und Handzettel verteilt.

Für die Brucker Bürger besteht laut Hermann Büchner, Leiter des Gesundheitsamtes, akut keine Gefahr. Sollte sich eine Überschreitung der Grenzwerte bestätigen, sieht die Trinkwasserverordnung die Möglichkeit einer zeitlich befristeten Ausnahmegenehmigung vor, bis der sogenannte Maßnahmewert erreicht ist.

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