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Brenner-Basistunnel:Vier Jahre warten

Zug auf der Bahnstrecke München - Rosenheim, 2018

Wenn der Brenner-Nordzulauf fertig gestellt ist, werden deutlich mehr Züge den Landkreis Ebersberg - wie hier bei Kirchseeon - passieren.

(Foto: Peter Hinz-Rosin)

Genauer Plan für den Ausbau der Strecke bis Grafing wird 2025 bekannt gegeben

Von Korbinian Eisenberger, Grafing/Berlin

Die Bahn hat vor, künftig mehr Züge zwischen München, Grafing und Rosenheim fahren zu lassen. Dafür sollen die Schienen zwischen Trudering und Grafing-Bahnhof ertüchtigt werden. Im Abschnitt nach Süden soll gar eine komplett neue Zugtrasse gebaut werden. Wie genau die Pläne auf den Bauabschnitten aussehen und umgesetzt werden sollen, beschäftigt die Anwohner in der Region seit Jahren. Am Montag wurde nun angekündigt, wann diese Fragen beantwortet werden sollen. Wie Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) auf einer virtuellen Pressekonferenz erklärte, sei im Jahr 2025 mit genaueren Planungen zu rechnen.

Also noch vier Jahre warten. Anlass der Konferenz war die Verkündung für den Ausbau des Abschnitts von Ostermünchen Richtung Brenner. Demnach soll die mögliche Neubau-Bahnstrecke im Inntal östlich von Rosenheim und vom Inn verlaufen. Die Trasse soll im Nordosten von Rosenheim sowie über eine weite Strecke entlang des Inns unterirdisch verlaufen. Im Süden soll zudem der Inn unterquert werden, wie die Bahn gemeinsam mit den Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) und Minister Scheuer mitteilte.

Die bisher bekannten Pläne der Bahn zwischen Trudering und Grafing-Bahnhof sind bei den Anliegergemeinden und deren Bewohnern nicht ganz unumstritten. Nicht wenige befürchten eine höhere Lärmbelastung am Gleis. Bürgerinitiativen etwa in Kirchseeon und Grafing fordern daher, den Schallschutz am Gleis zu ertüchtigen, so dass er dem von Neubaustrecken entspricht. Dieser Forderung haben sich die Gemeinden entlang der Strecke wie auch der Landkreis Ebersbergangeschlossen. Die Bahn kann sich jedoch auf Bestandsschutz für dieser Strecke berufen. Auch wenn diese für mehr Zugverkehr ertüchtigt wird, gelten die alten Lärmschutzvorgaben. Möglich wäre allerdings, dass der Bund als freiwillige Leistung einen zusätzlichen Lärmschutz spendiert, dies hatte die bayerische Staatsregierung gefordert. Ob es so kommt, ist noch nicht entschieden.

© SZ vom 14.04.2021
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