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Breitbandausbau in Grafing:Glasfaser für Schulen und Rathaus

Grafing Grundschule

Grafings Grundschüler sollen bald schnelleres Internet bekommen, der Finanzausschuss hat nun die Ausschreibung beschlossen.

(Foto: Peter Hinz-Rosin)

Die Stadt will bis zu 150 000 Euro für zwei Glasfaseranschlüsse in der Kapellenstraße und am Marktplatz bezahlen

Von Thorsten Rienth, Grafing

Für weit über zehn Millionen Euro saniert die Stadt Grafing zurzeit ihre Grund- und Mittelschule - und erweitert die Grundschule mit einem zusätzlichen Anbau. Aber selbst die unlängst dazugekommenen 210 Endgeräte, wie zum Beispiel Tablets, markieren noch nicht das Ende des Großprojekts. Denn jetzt will Grafing seine beiden Schulen ans Glasfasernetz anschließen. Digitales Lernen lautet das Stichwort.

Rund 100 000 Euro soll das Vorhaben laut den in der jüngsten Sitzung des Finanz- und Wirtschaftsausschusses vorgestellten Ausbauplänen kosten. Und schnell gehen soll es auch: Die Stadt hat bereits eine sogenannte beschränkte Ausschreibung ohne Teilnahmewettbewerb auf den Weg gebracht. Bedeutet: Fünf Telekommunikationsanbieter wurden bereits angeschrieben und zur Abgabe eines Angebots aufgefordert. Das Prozedere spart Aufwand und Zeit.

Der Beschluss im Finanzausschuss war lediglich nötig, um sich später einen Teil der Ausgaben aus einem Förderprogramm des Freistaats zurückzuholen. Im Falle der Grund- und Mittelschule könnte diese Förderung immerhin in einer Höhe von 50 000 Euro und damit etwa der Hälfte der Kosten liegen.

Wie lange den beiden Schulen die in der Ausschreibung geforderte Bandbreite ausreicht, das wird wohl abhängig davon sein, wie viele der 210 Endgeräte zugleich ins Internet wollen - und was Lehrer und Schüler dort mit ihnen vorhaben. Mindestens 500 Mbit soll die Leitung in der Downloadgeschwindigkeit leisten. Im Upload stehen mindestens 200 Mbit auf dem Papier. Beide Bandbreiten sind freilich nicht zu verachten. Dennoch liegen sie mittlerweile eher auf dem Niveau eines fortschrittlichen Standardpakets für einen Privathaushalt, in dem sich drei oder vier Jugendliche tummeln.

Das zweite Los der Ausschreibung sieht einen weiteren Glasfaseranschluss vor, und zwar fürs Rathaus und dessen Hinterhaus zwischen Rathausgasse und Lederergasse. Für dieses Projekt schätzt die Stadt die Kosten auf 50 000 Euro. Hiervon gelten 80 Prozent als förderfähig, also könnten davon 40 000 Euro vom Freistaat kommen. Die Bewertungskriterien sind Herstellungskosten (70 Prozent), Ausbauzeit (15 Prozent) sowie der Endkundenpreis für die Mindestanforderung der Bandbreiten (15 Prozent).

Die Angebotsfrist hat die Stadt auf zwei Monate festgelegt. Damit könnte also noch vor den Weihnachtsferien der Gewinner feststehen und dann im nächsten Jahr recht zügig mit dem Ausbau begonnen werden.

Ein kleines Restrisiko, das die beiden Vorhaben noch kippen könnte, gibt es allerdings: Die Gesamtkosten für beide Glasfaseranschlüsse sind bei 150 000 für Euro gedeckelt.

© SZ vom 19.10.2020

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