BMW und Krauss Maffei kommen nach ParsdorfEingetütet

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Vaterstetten kann sein letztes großes Gewerbegebiet entwickeln

Von Wieland Bögel, Vaterstetten

Bis zuletzt spannend bleibt die Frage, ob es der Großgemeinde gelingt, ihr bislang größtes und vermutlich letztes Gewerbegebiet zu verwirklichen. Seit fast zwei Jahren sind die Pläne für die Fläche nördlich der A94 in Parsdorf bekannt. Auf dem rund 40 Hektar großen Gewerbepark will der Autobauer BMW ein Logistikzentrum errichten. Ende 2018 wird bestätigt, dass auch der Münchner Maschinenbauer Krauss Maffei konkrete Zeitpläne für den Umzug nach Parsdorf hat - das Problem ist nur, dass die Flächen dem Staatsgut Grub, also dem Freistaat Bayern, gehören.

Der ist zwar grundsätzlich einer Überlassung nicht abgeneigt, über die Gegenleistung wird indes lange und hart verhandelt. Die Gemeinde und VGP bieten ein Tauschgrundstück nahe Neufarn an, das der Investor vor einigen Jahren erworben hatte. Dieses ist zwar gemäß Landesentwicklungsprogramm nicht zur Bebauung freigegeben, als landwirtschaftliche Flächen für das Staatsgut wäre es indes geeignet. Was man seitens der Landesregierung ebenfalls für möglich hält - aber auf eine zusätzliche Ausgleichszahlung besteht.

Auch darüber gibt es eine längere Diskussion, nicht zuletzt, weil davon abhängt, ob die Gemeinde mitverdient. Plan A sieht vor, dass Vaterstetten und VGP eine Entwicklungsgesellschaft gründen, was daran scheitert, dass die Gemeinde ihren Anteil am durch die Forderungen des Freistaates hochgetriebenen Startkapital nicht aufbringen kann. Ohne Vaterstetten als Teilhaber wird der Grundstücksdeal am 17. Juli besiegelt. BMW will bis Ende 2020 die erste von zwei Hallen errichtet haben, Krauss Maffei könnte in zwei Jahren die ersten Produktionsstätten in Parsdorf in Betrieb nehmen. Komplett besiedelt soll das Gewerbegebiet dann bis Ende 2027 sein, erst danach dürfte es sich nennenswert bei den Steuereinnahmen der Gemeinde bemerkbar machen.

Ganz leer wird Vaterstetten bis dahin indes nicht ausgehen. Wie im November bekannt wurde, hat Vaterstetten VGP ein sogenanntes "Schlüsselgrundstück" veräußert, das der Investor unbedingt für den Deal mit dem Freistaat brauchte. Gut sechs Millionen Euro war VGP das wert, zu zahlen in zehn Jahresraten, also etwa so lange, bis aus Parsdorf III die Gewerbesteuereinnahmen fließen.

© SZ vom 30.12.2019 - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
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