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Bayerischer Rundfunk:Filmdreh am Marienplatz

Artesano Dreharbeiten Dahoam is dahoam.

Das Ebersberger Café wird am Donnerstagmorgen zur Kulisse für die Serie "Dahoam is dahoam".

(Foto: Peter Hinz-Rosin)

In Ebersberg entstehen Szenen für die Serie Dahoam is dahoam.

Von Max Nahrhaft, Ebersberg

Stimmengewirr, das Klirren von Gläsern und eine wohlige Atmosphäre erfüllen den Innenraum des Café Artesano in Ebersberg. Dutzende junge Leute sitzen an den Tischen oder stehen an der Bar mit Getränken in der Hand.

Doch der erste Eindruck täuscht, die Szene ist nicht real. Jeder der Anwesenden hat zwar ein Glas in der Hand, doch niemand trinkt wirklich daraus. Denn hier sitzen nicht ein paar Freunde in ihrer Freizeit zusammen, sondern es werden Szenen für die Serie Dahoam is dahoam im bayerischen Rundfunk (BR) gedreht. Anwesend sind keine Ebersberger, sondern ausschließlich Schauspieler, Komparsen und BR-Mitarbeiter.

Für einen Tag ist das Fernsehteam rund um die beiden Hauptdarsteller Tommy Schwimmer und Lucas Bauer nach Ebersberg gereist, um hier einige Momente für die Serie zu drehen. Da im fertigen Film eine Nachtszene suggeriert werden soll, haben die Mitarbeiter am Set sogar die Fenster und Türen mit schwarzen Tüchern verhängt - kein Tageslicht dringt herein.

Großes Durcheinander

Erhellt wird der Raum also nur von künstlichen Scheinwerfern und Lampen, die nach jeder Kameraeinstellung neu platziert werden müssen. Die Kamera selbst ist auf Schienen montiert und gleitet langsam durch den engen Raum. "Außerhalb unserer Studios in Dachau ist es immer etwas besonderes: viele Leute, die Enge und ein großes Durcheinander. Da kann manchmal auch die Stimmung kippen, heute aber zum Glück nicht", erzählte Peter Thulke, der Aufnahmeleiter. Das erste Mal am neuen Set sei natürlich eine Herausforderung.

Zur ungewohnten Umgebung kommt in diesem Fall auch noch Zeitdruck hinzu. Für das Außen-außen-Motiv Ebersberg, so das Fachjargon der Profis, ist nämlich nur ein Drehtag angesetzt, bis zum Abend sollte also der Kameramann alle gewünschten Szenen im Kasten haben. Außerdem will das Café dann auch wieder seine Pforten für den Normalbetrieb öffnen.

Der Übergang vom fiktionalen in den realen Bar-Betrieb ist fließend. Denn auch zwischen den Filmsequenzen sitzen die Jungschauspieler zusammen und sprechen über Persönliches, kaum ist die Kamera an, schlüpft jeder in seine einstudierte Rolle und rezitiert das Drehbuch. Doch Schwimmer, der in der Serie Florian Brunner spielt, sieht das ganz gelassen. Mit knapp 40 Leuten, sei das zwar ein großes Set mit vielen Komparsen, aber trotz Hektik ist er mit Freude dabei.

Dass das Team genau hier im Café dreht, sei reiner Zufall, so Tobias Federer der Geschäftsführer des Artesano: "Der Motiv-Scout vom BR ist Stammgast bei uns, da sind wir zufällig ins Gespräch gekommen und ich war natürlich einverstanden, dass hier einmal gedreht wird." Auch er findet die ganze Szenerie spannend. "Ich hoffe aber auch, dass sie da drin auch wieder g'scheid aufräumen, die haben mir ja den ganzen Laden zugestellt", muss er grinsend zugeben.

© SZ vom 07.10.2016/koei

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