bedeckt München 11°

Bauprojekt in Ebersberg:Für Krankenpfleger und Co.

Der Landkreis Ebersberg stellt ein Grundstück für neue Personalwohnungen der Kreisklinik zur Verfügung

Von Wieland Bögel, Ebersberg

Die Kreisklinik kann wohl noch in diesem Jahr mehr Wohnungen für ihre Mitarbeiter bereitstellen. Einstimmig beschloss der Kreis- und Strategieausschuss nun, ein Grundstück in die Wohnbaugesellschaft des Landkreises einzubringen. So sollen noch in diesem Jahr bis zu 20 neue Wohnungen entstehen. Für die Ebersberger Klinik ist das eine gute Nachricht, denn seit Jahren hat man dort Probleme, neue Mitarbeiter anzuwerben, weil diese keine Wohnung in der Kreisstadt finden.

Das Projekt an der Pfarrer-Guggetzer-Straße ist nun schon eine ganze Weile in Vorbereitung. Bereits vor gut zwei Jahren wurden entsprechende Pläne im Kreistag vorgestellt. Damals war man von 21 Wohnungen ausgegangen, die noch im Laufe des Jahres 2019 hätten errichtet werden sollen. Die Zahl der Wohnungen ergab sich aus der damals favorisierten Schnellbauweise: Geplant war, das neue Haus in Modulbauweise zu errichten. Dazu hätten auf drei Stockwerken vorgefertigte und komplett eingerichtete Ein-Zimmer-Wohnungen von je 25 Quadratmetern zu einem kompletten Wohnhaus zusammengesetzt werden sollen. Dass das grundsätzlich geht, zeigt der im Sommer 2015 errichtete Anbau der Kreisklinik, der ebenfalls aus Containermodulen besteht.

Trotzdem verzögerte sich das Wohnbauprojekt, unter anderem wurde über die Ausführung - mit Keller oder ohne - diskutiert. Auch die Suche nach einem Generalunternehmer für die Baustelle war zunächst nicht erfolgreich. Nun soll es aber endlich losgehen: "Der Bau der Personalwohnungen (...) wird im Laufe dieses Jahres 2021 erfolgen. Die Wirtschaftlichkeit ist nachgewiesen", heißt es in der Stellungnahme der Verwaltung.

Letzte Voraussetzung dafür, dass die Wohnbaugesellschaft loslegen kann, ist, dass sie über das Grundstück verfügen muss - welches aber ausdrücklich im Besitz des Landkreises bleibt, erklärte Kreiskämmerin Brigitte Keller auf Nachfrage von Wilfried Seidelmann (FW). Auch das Gebäude selbst wird in 20 Jahren Eigentum des Landkreises, dies regelt die Satzung des Kommunalunternehmens. Die allerdings in einem Punkt geändert werden musste: Der Landkreis muss sein Grundstück quasi zur Bebauung freigeben und dies muss in die Satzung der Wohnbaugesellschaft geschrieben werden. Dagegen gab es im Ausschuss keine Gegenstimmen, die Zustimmung des Kreistages dürfte ebenfalls als gesichert gelten. Genau wie jene der übrigen Teilhaber der Wohnbaugesellschaft, die Stadt Grafing sowie die Gemeinden Anzing und Moosach.

Falls das Projekt wie geplant verwirklicht würde, wäre dies der erste Schritt in einem sehr ehrgeizigen Bauprogramm rund um die Klinik. Geplant sind mehr als 100 weitere Personalwohnungen, etwa 50 davon könnten vielleicht schon Ende dieses oder Anfang kommenden Jahres bereitstehen. Denn diese gibt es bereits, es handelt sich um Wohnungen im Personalbau III, die für Auszubildende der Berufsfachschule für Krankenpflege zur Verfügung stehen. Diese soll voraussichtlich noch in diesem Jahr nach Kirchseeon zum Berufsbildungswerk St.Zeno umziehen. Dann sollen dort auch 46 Wohnungen für die Auszubildenden fertig sein, welche der Landkreis anmieten will. Im Gegenzug könnten die in Ebersberg frei werdenden Wohnungen an Klinikmitarbeiter vergeben werden.

Noch mehr Entlastung auf dem Wohnungsmarkt rund um die Klinik würde allerdings der südlich der Kreisklinik an der Münchner Straße geplante neue Personalwohnbau bringen. Bereits seit 2014 gibt es entsprechende Überlegungen, vor drei Jahren wurde in einem Architektenwettbewerb eine konkrete Bebauung für das Grundstück vorgestellt. Bis zu 100 Wohnungen sahen die Entwürfe damals vor. Doch seitdem dümpelt das Projekt vor sich hin, da sich Klinik und Stadt nicht auf die Zahl der Stellplätze einigen können. Darum wird mittlerweile mit nur noch 70 Wohnungen geplant, trotzdem kam bislang keine Einigung zustande.

© SZ vom 02.03.2021
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema