Baugebiet am Egglburger See Mehr Stadt auf dem Land

Friedenseiche-Häuser dürfen eine halbe Etage höher werden

Von Wieland Bögel, Ebersberg

Die Grenze zwischen Stadt und Land verschiebt sich in Ebersberg bald ein gutes Stück weiter nach Nordwesten. Dort entsteht voraussichtlich vom kommenden Jahr an der Stadtteil Friedenseiche VIII. Im Technischen Ausschuss des Stadtrates ging es nun um die Frage, wie sichtbar die Grenze zwischen dem neuen Quartier und der bestehenden Stadtstruktur sein soll. Mit großer Mehrheit wurde beschlossen, zwei der geplanten Mehrfamilienhäuser mit einem zusätzlichen Stockwerk zu versehen. Dies, so die überwiegende Meinung der Stadträte, sei einerseits städtebaulich sinnvoll, anderseits schaffe man damit auch mehr Wohnraum.

Der Wohnungsmangel hat die Planungen für das Gebiet ohnehin schon stark beeinflusst. Ursprünglich sollten im ersten Bauabschnitt lediglich acht Einfamilienhäuser sowie 25 Wohnungen in vier Mehrfamilienhäusern entstehen. Diesen Plan hat der Ausschuss bereits vor einem Monat verworfen, stattdessen gebaut werden 24 Reihen- und neun Kettenhäuser - das sind Reihenhäuser, die nicht Wand an Wand, sondern durch zwischenliegende Garagen verbunden sind. Ebenfalls gleich im ersten Abschnitt sollen sechs Mehrfamilienhäuser mit insgesamt etwa 40 Wohnungen entstehen. Drei davon entlang der Elsa-Plach-Straße und die übrigen drei an einer noch zu bauenden Verlängerung der Josef-Brendle-Straße nach Norden.

Geplant waren diese Häuser bislang mit einer zweiten Etage, was allerdings manchen Stadträten zu wenig ist. Im Juni erging darum der Auftrag an Architekt Erwin Wenzl, zu prüfen, ob und wie die Gebäude aufzustocken sind. Denn, wie Bürgermeister Walter Brilmayer (CSU) das Dilemma zusammenfasste: "Je höher man baut, desto mehr Fläche spart man, aber es muss auch passen." Architekt Wenzl machte schnell klar, dass für ihn eigentlich an keiner Stelle eine weitere Etage hinpasst. Auf gar keinen Fall sollten die drei Häuser im Osten aufgestockt werden, die bestehende Bebauung sei dort nämlich deutlich niedriger. Die im Süden geplante Häusern könnten zwar mit Bezug auf die Nachbargebäude einen dritten Stock bekommen, eventuell auch nur auf einer Seite, "das muss aber nicht sein". Wenzls Fazit war klar: "Wir empfehlen, nirgends höher zu bauen."

Eine Empfehlung, der die Mehrheit im Ausschuss aber nicht folgen wollte. Zwar waren sich die Stadträte einig, dass es im Osten bei zwei Obergeschossen bleiben soll, nicht jedoch an der Südseite. Elisabeth Platzer (SPD) und Philipp Goldner (Grüne) schlugen vor, alle drei Gebäude mit einem halben dritten Geschoss, jeweils auf der Ostseite der Häuser zu versehen. Etwas zurückhaltender war die CSU-Fraktion, Alois Lachner und Dritter Bürgermeister Josef Riedl plädierten für einen halben dritten Stock auf den beiden östlichsten Häusern an der Elsa-Plach-Straße. Vielleicht sollte man auch nur das Haus an der neu entstehenden Kreuzung teilweise dreistöckig ausführen, schlug Brilmayer vor. Gar keine Erhöhung forderte Gerd Otter (FW), seine Fraktion halte bereits die aktuellen Planungen für zu dicht, einer weiteren Verdichtung werde man auf keinen Fall zustimmen.

Dementsprechend fiel auch das Abstimmungsergebnis aus. Der Vorschlag die beiden östlichen Häuser an der Elsa-Plach-Straße um einen halben dritten Stock - das entspricht jeweils zwei zusätzlichen Wohnungen - aufzustocken wurde bei den Gegenstimmen von Brilmayer und Otter angenommen.