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Umbau hat begonnen:Poinger Bahnhof wird endlich barrierefrei

Bahnhof Poing - Behindertengerechter Umbau

An den Osterfeiertagen sowie in den Sommerferien wird es voraussichtlich zu Ausfällen der S-Bahn an der Poinger Haltestelle kommen. Die Bahn plant für diese Zeiträume, einen Schienenersatzverkehr einzurichten.

(Foto: Peter Hinz-Rosin)

Drei Jahre später als ursprünglich geplant hat die Deutsche Bahn vor wenigen Wochen nun mit den Vorbereitungsarbeiten für den barrierefreien Ausbau des S-Bahnhofes in Poing begonnen. Bis zum Ende dieses Jahres soll das Projekt abgeschlossen sein

Von Johanna Feckl, Poing

Begonnen hat er schon, und noch in diesem Jahr soll er auch abgeschlossen werden: der barrierefreie Ausbau des S-Bahnhofes in Poing - zumindest mit Vorbereitungsarbeiten ist die Deutsche Bahn (DB) seit Anfang Februar in vollem Gange. Im März sollen dann die eigentlichen Bauarbeiten starten. Sofern alles nach dem aktuellen Zeitplan verläuft, wird der Bahnhof spätestens an Weihnachten in diesem Jahr barrierefrei sein, wie die DB der Gemeinde mitteilte.

"Wir sind froh, dass es nun losgeht", sagt Bürgermeister Thomas Stark (parteilos) auf Nachfrage. Etwas überrascht seien er und seine zuständigen Mitarbeiter sowie Mitarbeiterinnen im Rathaus zwar schon gewesen, da die Bahn nur wenige Tage vor Beginn der Arbeiten die Gemeinde darüber in Kenntnis gesetzt habe. Aber die Freude über den nun begonnenen Ausbau zu einem barrierefreien Bahnhof überwiegt. Gleichzeitig mit den Vorarbeiten in Poing haben diese auch am S-Bahnhof in Heimstetten begonnen, wie ein Bahn-Sprecher mitteilt.

Mit Rodungsarbeiten wurde schon begonnen

Schon jetzt ist in Poing der P+R-Parkplatz südlich der Bahngleise geschlossen. Diese Fläche benötigt die DB für die Einrichtung der Baustelle. Die Gemeinde empfiehlt Autofahrern, auf das P+R-Parkhaus auf der Nordseite des Bahnhof auszuweichen oder auf Radl oder Bus umzusteigen, um zum Bahnhof zu gelangen. Auch mit Rodungsarbeiten entlang der Bahnsteige wurde bereits begonnen. Da die Bahnsteige im Rahmen des barrierefreien Ausbaus in ihrer Höhe verändert werden müssen, sind solche Anpassungen notwendig, wie die Gemeinde mitteilt.

Demnach müssen aber nicht alle Bäume weichen, außerdem seien entsprechende Ersatzpflanzungen vorgesehen. Die beiden neuen Bahnsteige sollen dann eine normgerechte Breite zwischen 2,5 und vier Metern haben. Weiterhin sind laut der Bahn unter ein neues Bahnsteigdach, der Einbau eines Blindenleitsystems sowie eine barrierefreie Verbindung zur neuen Fußgänger- und Radlerunterführung unter der Bahnstrecke, die im April 2020 eröffnet wurde. Bislang sind die Bahnsteige von dort aus nur über Treppen erreichbar.

An Ostern wird der Bahnhof gesperrt

Durch die Umbauarbeiten wird es "im Jahresverlauf (...) auch Auswirkungen auf den S-Bahn-Verkehr geben, beispielsweise in den Osterferien", so der Sprecher weiter. Konkret soll die Sperrung des S-Bahnhofs von Karfreitag, 23 Uhr, bis Ostermontag, 5 Uhr, andauern. Auch in den Sommerferien rechnet die Bahn mit Haltausfällen der Züge in Poing. Während dieser Zeit sollen Schienenersatzverkehr-Busse für den Transport sorgen. Außerdem wird von Anfang März an die "alte" Fußgängerunterführung gesperrt sowie alte Fahrradständer entfernt. Ebenso wird die Haltestelle der PPA-Buslinie von der Südseite des Bahnhofes für einige Zeit verlegt werden müssen.

Zu genaueren Einzelheiten, beispielsweise über den Zeitplan oder den Kosten des Ausbaus, gibt die DB aktuell keine Auskunft. Auf Nachfrage teilt ein Bahn-Sprecher mit, dass in den nächsten Tagen Informationen über die beginnenden Arbeiten und alle Details zu den geplanten Maßnahmen folgen sollen.

Die Pläne um einen barrierefreien Bahnhofausbau ziehen sich bereits seit einigen Jahren hin - nicht nur in Poing: Laut Plänen aus dem Frühjahr 2017 war für das Jahr 2018 vorgesehen, auf der Linie S2 neben Poing die S-Bahnhöfe Heimstetten, Feldkirchen und Riem sowie 2019 den Bahnhof in Poings Nachbargemeinde Markt Schwaben barrierefrei auszubauen. Geklappt hat von den damaligen Plänen nicht einmal die Hälfte: Nur in Riem und Feldkirchen haben wie vorgesehen im Frühjahr 2018 die ersten Spatenstiche für den Umbau stattgefunden. Die Arbeiten in Poing wurden auf unbestimmte Zeit verschoben. Als Grund gab die DB an, dass auf eine erste Ausschreibung nur ein Angebot einging. Gleiches galt für den Umbau des Bahnhofs in Heimstetten. "Das war aus unserer Sicht nicht realistisch", sagte ein Bahn-Sprecher damals. Beide Projekte mussten erneut ausgeschrieben werden.

In Markt Schwaben liegen die Pläne auf Eis

Anfang 2019 hieß es dann, dass auch der Ausbau in Markt Schwaben um ein Jahr verschoben wird - mittlerweile liegen die Pläne auf unbestimmte Zeit auf Eis. Man wolle erst den Ausbau der Trasse in Richtung Mühldorf und einen möglichen viergleisigen Ausbau zwischen München und Markt Schwaben und der zweigleisige Teilausbau der S2 Richtung Erding abwarten, so die Begründung der DB.

Einen neuen Zeitplan für die anderen beiden S2-Projekte konnte die DB erst im vergangenen Frühjahr bekanntgeben: In seinen letzten Wochen als Poings Rathauschef teilte Albert Hingerl (SPD) mit, dass die Arbeiten nun im Frühjahr 2021 beginnen sollen - gleiches sollte für den Bahnhof in Heimstetten gelten. Dass der Umbau damit drei Jahre später als ursprünglich geplant starten sollte, kommentierte der Alt-Bürgermeister mit den Worten: "Zufrieden sind wir nicht damit."

Online hat die DB unter bahnausbau-muenchen.de weitere Informationen zum Projekt und den damit verbundenen Einschränkungen im Bahnhofsbereich sowie im S-Bahn- und Bus-Verkehr zur Verfügung gestellt.

© SZ vom 26.02.2021/moo
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