Lange haben die Ebersberger auf den Sommer warten müssen, nach einem verregneten Pfingsten scheint er sich jetzt endlich seinen Weg zu bahnen. Und mit der Hitze kommt wie jedes Jahr der Badespaß. Die SZ Ebersberg hat eine kleine Umfrage gestartet, wo im Landkreis schon kräftig geplanscht wird, und welche Gewässer vorerst lieber zum Sonnenbaden genutzt werden.
Einen riesigen Andrang hatte mit den ersten warmen Tagen Mitte Juni das Freibad Grafing zu verzeichnen. Nicht verwunderlich, hat es doch eine Monopolstellung im Landkreis. „Über den Tag verteilt waren das an die 2000 Badegäste“, erzählt Sandra Friesinger, die Betriebsleiterin des Freibads. Die Pfingstferien seien wettertechnisch nicht besonders schön gewesen, nun merke man, dass die Kinder außer Rand und Band seien: „Sie freuen sich, dass es endlich losgeht.“ Einen unglaublichen Geräuschpegel hätten Friesinger und ihre Kollegen daher an diesen vollen Tagen zu verzeichnen gehabt.

Unter der Woche würde es vor allem ab halb vier am Nachmittag voll, da zu dieser Uhrzeit auch die Ganztagsschulen ihre Türen schließen und die Schülerinnen und Schüler in Scharen ins Freibad pilgern. Aber auch schon vormittags sei an den schönen Tagen viel los, berichtet die Bademeisterin: „Viele Schulen melden sich vormittags an und kommen mit ihren Klassen zum Schwimmen.“ Bis 19 Uhr sei meist „gut was los“. Mindestens vier Bademeister sind pro Schicht an so vollen Tagen in Grafing unterwegs, manchmal auch fünf. Sie postieren sich dort, wo es schnell mal gefährlich werden kann: an jeder Rutsche, am Sprungturm und natürlich auf der Brücke, von wo aus man einen relativ guten Überblick über alle Becken hat.
An den Wochenenden, erzählt Sandra Friesinger, laufe der Betrieb oft geregelter: dann nämlich, wenn Eltern mit ihren Kindern zu Besuch seien und nach ihrem Nachwuchs schauen. Leider würde das nicht immer eingehalten, und es heiße: „Das ist doch Ihr Job!“ Ist es eben nicht, so Bademeisterin Friesinger. Bei Kleinkindern und Nichtschwimmern liege die Aufsichtspflicht bei den Eltern. Die Rutsche dürfe etwa erst ab sechs Jahren von Kindern, die schwimmen können, allein genutzt werden. Grundsätzlich sei die Stimmung im Freibad jedoch eine sehr schöne, viele Stammgäste würden vorbeischauen, so Sandra Friesinger, und es gebe selten große Probleme.

Als einer der wärmsten Badeseen Bayerns wird gern der Steinsee in Moosach beworben. Auch derzeit ist er mit 21 bis 22 Grad schon schön warm, so Uli Lischka. Er betreibt das Restaurant am Steinsee und berichtet, dass derzeit noch unter der Woche längst nicht so viel los ist wie am Wochenende. Hauptsächlich Familien würden an Samstagen und Sonntagen den Steinsee aufsuchen. Auch würden einige Gäste das Badeangebot nutzen und sich im Anschluss die Fußball-EM anschauen, die im Biergarten live übertragen wird. Am Steinsee hofft man insgesamt noch auf lang anhaltendes, schönes Wetter, denn, so Uli Lischka: „Ab 28 Grad aufwärts boxt hier der Papst.“
An den warmen Tagen war der Bergfeldsee bei Poing „richtig gut besucht“, heißt es aus dem Rathaus Poing. Der See, der zwischen 16 und 18 Grad frisch ist, startet mit neuen Wasserspielgeräten und neuer Notrufsäule in die Saison. Vor allem am Wochenende und unter der Woche zwischen 15 und 17 Uhr ist laut Rathaus Poing der See gut besucht.
„Es wird langsam“, heißt es vom Kastensee Glonn, der mit aktuell 22 Grad „sehr angenehm“ für die meisten ist. Die vergangenen Monate seien verregnet gewesen, so Irene Friesen vom Strandbad und -café Kastensee: „Auch aus früheren Erfahrungen wissen wir, dass die Leute ein paar Tage Anlaufzeit brauchen.“ Erst dann würden sie realisieren: „Ach, wir haben ja doch Sommer!“ An den paar warmen Tage Mitte Juni sei schon gut was los gewesen. Junge Leute, junge Familien, aber auch Stammgäste, die schon in der dritten Generation herkommen in Begleitung ihrer Enkel, seien am Kastensee anzutreffen. „Ein paar Frühschwimmer kommen jeden Tag, um ihre Runden zu drehen“, erzählt Irene Friesen. Ab dem frühen Nachmittag würde dann der Andrang steigen. Friesen hofft, dass es in den nächsten Wochen auch einmal dauerhaft schön bleibe: „Wenn es zwei, drei Tage durchregnet, müssen wir danach immer wieder bei Null anfangen.“

Ähnlich sieht es beim Naturbad an der Wiesmühle in Glonn aus: Dort beträgt die Wassertemperatur 20 Grad. Sehr viel weniger los als in den vergangenen Jahren ist derzeit noch am Klostersee in Ebersberg. Der Badesee hat um die 22 Grad, und auch die Wasserwacht ist am Wochenende und an Feiertagen bei Badewetter vor Ort.
Eher zum Sonnenbaden als zum wirklichen Planschen lädt der Maximiliansee bei Steinhöring ein. „Er ist relativ kalt, weil er grundwassergespeist ist“, heißt es aus der Gemeinde. Selten würde der See 20 Grad erreichen, am 11. Juni wurde seine Temperatur auf elf Grad beziffert. Zwar mag der künstlich angelegte See recht kalt sein, doch hat das auch seine Vorteile, so eine Rathaus-Mitarbeiterin: „Überfüllt ist er mit Sicherheit nicht.“

