Sport in der Kreisstadt Auszeit im Ebersberger Waldsportpark

Das Gebäude am Ebersberger Waldsportpark ist schon sehr in die Jahre gekommen. Noch heuer soll die konkrete Planung für einen Neubau beginnen - wegen Problemen mit dem Energiekonzept kommt es nun aber zu einer Verzögerung.

(Foto: Christian Endt)

Die Planung für den Neubau der Umkleiden und Sanitärräume geht in die Verlängerung. Grund sind Zweifel am Konzept.

Von Wieland Bögel, Ebersberg

Sportler müssen auch mal was aushalten können - das gilt besonders, wenn sie im Ebersberger Waldsportpark trainieren. Den dortigen Umkleiden und Sanitäranlagen merkt man die rund fünf Jahrzehnte ihres Bestehens deutlich an, erst vor einigen Wochen waren sie wegen Wasserrohrbruch längere Zeit gesperrt.

Ein Neubau sei darum dringend erforderlich, wie TSV-Chef und CSU-Stadtrat Martin Schedo nun in der Sitzung des Technischen Ausschusses erklärte. Der Verein habe sogar die gut 145 000 Euro im vergangenen Jahr für den Neubau des Jugendstadions am Volksfestplatz selbst investiert, so Schedo im bis auf den letzten Zuhörerplatz besetzten Sitzungssaal, um keine Haushaltsmittel der Stadt zu in Anspruch zu nehmen. Diese würden schließlich für die neuen Gebäude am Waldsportpark benötigt. Entwürfe dafür gibt es bereits seit vorvergangenem Herbst, eigentlich hätte der Ausschuss nun die konkrete Planung auf den Weg bringen sollen. Was sich aber um mindestens einen Monat verzögern wird, Grund sind Bedenken gegen das Energie- und Haustechnikkonzept.

Dieses sieht vor, den Neubau mit einer Kombination aus Solarthermie und Hackschnitzelheizung auszurüsten, erläuterte Architekt Alexander Schmidmaier. Zusammen mit einem Fachbüro habe man verschiedene Möglichkeiten für Heizung und Warmwasserversorgung im Neubau geprüft.

Der Energiebedarf ist nicht unerheblich: rund 65 Megawattstunden pro Jahr würde fürs Heizen, 60 für Warmwasser benötigt. Da es am Waldsportpark keinen Gasanschluss gibt, bleiben als mögliche Energieträger für die Heizung Flüssiggas, Pellets oder eben Hackschnitzel. Letzteres sei unter anderem aus Kostengründen, aber auch weil das Brennmaterial quasi nebenan wächst, die beste Option, so Schmidmaier.

Der Lagerraum ist zu klein

Grundsätzlich sei eine Hackschnitzel-Solar-Heizung auf jeden Fall die beste Lösung, befand Stadtrat Martin Schechner (CSU), aber über die vorgestellte Ausführung "muss ich heute ein bisschen schimpfen". Er habe selbst einige Praxis mit dieser Technik - der Planer aber offenbar nicht, so Schechner weiter: "Das ist Stand von vor 20 Jahren, als die Erfahrung noch nicht da war."

So sei der Lagerraum für Heizmaterial mit 20 Quadratmetern deutlich zu klein. Gerade im Winter, wenn die Solaranlage nur wenig Wärme zuliefern kann, müsste man beim veranschlagten Energieverbrauch "alle zwei bis drei Wochen befüllen". Wegen der schlechten Erreichbarkeit des im Keller geplanten Lagerraumes könnte dies nicht mit einem großen Lastwagen, sondern müsste mit mehreren Fahrten von kleinen Anhängern, erfolgen.

Zudem sei die Einfüllöffnung derart klein, dass die Hackschnitzel dann zunächst vor dem Gebäude abgekippt und dann von Hand in den Keller geschaufelt werden müssten. Und weil die Anlage im Keller untergebracht ist, würden auch Wartung und Reparatur umständlicher. Genau wie eine eventuell in einigen Jahren nötigen Erweiterung, etwa falls die Mitgliederzahl des TSV weiter steigt, und mehr Duschwasser benötig wird.

Schechner plädiert darum dafür, die Heizung samt eines größeren Lagerraumes für die Hackschnitzel in einer eigenen Halle neben den Neubauten unterzubringen. Was nicht nur praktischer, sondern auch günstiger sei - bei veranschlagten 2,6 Millionen Euro Gesamtkosten kein ganz unwesentliches Argument.

Lässt sich das alles umsetzen?

Schmidmaier regte daraufhin ein Treffen zwischen Schechner und dem Verfasser des Energiekonzeptes an. Eine Idee, die im Gremium auf breite Zustimmung stieß, ohne Gegenstimmen wurde beschlossen, die Eingabeplanung erst in der nächsten oder übernächsten Sitzung auf den Weg zu bringen.

Inwieweit sich die Anregungen Schechners aber umsetzen lassen, ist unklar, die Frage könnte noch einiges an Diskussionsbedarf mit sich bringen. Einen kleinen Vorgeschmack gab Gerd Otter (FW), der sich gegen eine zu umfassende Umplanung der Gebäude aussprach. Der derzeitige Entwurf sieht an der Stelle des alten Kabinengebäudes zwei in Form eines spiegelverkehrten "L" angeordnete Gebäude vor.

Das größere soll im Keller und im Erdgeschoss Umkleidekabinen, Duschen und Toiletten beherbergen, sowie einen Kiosk und einen Aufenthaltsraum. Im ersten Stock sind Fitness- und Mehrzweckräume geplant. Südlich davon soll ein einstöckiges Nebengebäude ohne Keller entstehen, wo Werkstatt- und Lagerräume untergebracht werden. Beide Gebäude sollen eine Holzfassade erhalten, in Richtung der Laufbahn und des Spielfeldes sind eine Terrasse und ein Balkon geplant.

"Diese Gesamtkonzeption ist eine gute", befand Otter, "sie sollte nicht geändert werden" - etwa durch einen zusätzlichen Schuppen oder eine Halle neben den Gebäuden. "Wir haben hier kein Industriegebiet, das sollte gestalterisch ansprechend sein." Aus diesem Grund forderte Otter außerdem, einmal im Ausschuss vorzustellen, welche Maßnahmen im Waldsportpark zusätzlich noch möglich und wünschenswert sind, und wie dieser dann aussehen könnte.

"Das verstehe ich jetzt nicht", meinte Bürgermeister Walter Brilmayer (CSU), schließlich stünden außer dem neuen Kabinengebäude in absehbarer Zeit keine weiteren Umgestaltungen am Waldsportpark an. Was eine mögliche Änderung am Entwurf angeht, müsse der Ausschuss entscheiden, ob und in welchem Umfang es eine solche geben soll - oder auch darüber, wie man weiter vorgeht "wenn sich die beiden nicht einig werden."

Ohnehin werde man sich noch einige Male mit dem Neubau am Waldsportpark beschäftigen, so der Bürgermeister: Zunächst "als Auftraggeber", also wenn die Stadt als künftiger Bauherr die Pläne für die neuen Umkleiden beim Landratsamt einreicht. Und anschließend, sollte die Behörde keine Einwände haben, bei der Erteilung der Baugenehmigung. Bis dahin sollte man aber "wissen, wo es mit der Planung hingeht", meinte Alois Lachner (CSU): "Sonst arbeitet jemand vielleicht nicht umsonst, aber vergebens."

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