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Ausgrabung in Poing:Wieder auf der Suche

Bei Ausgrabungen im Jahr 2018 war von den Archäologen unter anderem eine Nekropole freigelegt worden.

(Foto: Christian Endt)

Archäologen setzen in Poinger Neubaugebiet ihre Arbeit fort

Archäologen sind keine Schreibtischtäter. Manchmal muss man für diesen Beruf richtig wetterfest sein. Und das nicht nur in der Wüste Ägyptens, im Dschungel Lateinamerikas, sondern auch in Poing. Seit Montag graben die Archäologen von Planateam unter der Leitung von Ulrich Schlitzer im Poinger Lerchenwinkel. Und das im nebeligen Herbst und bei erstem Bodenfrost.

Es ist die letzte Fläche des neuen Wohngebiets, die untersucht werden muss, wie die Arbeitsgemeinschaft "Am Bergfeld" in einer Pressemitteilung informiert. Der Oberboden ist bereits abgetragen. Schon bei diesem Arbeitsschritt waren die Archäologen zugegen. Während die Bagger die Humusschicht aufladen, beobachten die Archäologen, ob sich in dem Abtrag Hinweise auf historische Fundstücke befinden. Anschließend werden die Strukturen im Boden genauer untersucht. Ulrich Schlitzer erwartet in diesem Abschnitt des Wohngebiets neue Funde: "Schon bei den vorherigen Ausgrabungen im Lerchenwinkel hat sich im süd-östlichen Teil eine dichte Siedlungsstruktur abgezeichnet. Ich denke, wir werden hier nochmals auf Bodenstrukturen treffen." Auch Helmut Sloim, Projektleiter der Arbeitsgemeinschaft, wartet gespannt auf die Funde der Archäologen: "Wir stehen hier in Poing auf historischem Boden. Es ist hochinteressant zu sehen, dass an dieser Stelle schon vor tausenden von Jahren Menschen gesiedelt haben." Spätestens im Dezember werden die Grabungen abgeschlossen sein. Dann wird man sehen, was in Poing vor etwa 3000 Jahren geschah.

© SZ vom 14.11.2020 / SZ
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