IHKViele Ausbildungsplätze bleiben unbesetzt

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Es gibt nicht genügend Auszubildende für die vorhandenen Stellen.
Es gibt nicht genügend Auszubildende für die vorhandenen Stellen. Martin Schutt/dpa

Zwar stieg 2024 die Zahl der abgeschlossenen Ausbildungsverträge im Landkreis, doch die Unternehmen hätten noch viel mehr Bedarf.

344 neue Ausbildungsverträge hat die IHK für München und Oberbayern im vergangenen Jahr im Landkreis Ebersberg registriert. Damit starteten 2,4 Prozent mehr Azubis in einem der IHK-zugehörigen Betriebe in ihre Ausbildung als noch im Jahr 2023. „Die Berufsausbildung mit ihren ausgezeichneten beruflichen Perspektiven bleibt für Schülerinnen und Schüler wie auch für unsere Ausbildungsbetriebe weiterhin hochattraktiv“, erklärt Sonja Ziegltrum, Vorsitzende des IHK-Regionalausschusses Ebersberg, in einer Pressemitteilung. „Auch 2024 haben sich wieder vier von zehn Jugendlichen nach Schulabschluss für diesen Karriereweg entschieden“, so Ziegltrum.

Der Regionalausschussvorsitzenden zufolge setzen die Betriebe mit Blick auf die größer werdende Fach- und Arbeitskräftelücke, die die Babyboomer nach ihrem Wechsel in den Ruhestand verursachen, ungebrochen stark auf die Ausbildung. „Nur so können sie sich ihren Fachkräftenachwuchs sichern und offene Stellen bestmöglich nachbesetzen. Ausbildung ist und bleibt das beste Mittel gegen den Arbeitskräftemangel“, sagt Ziegltrum.

Laut Sonja Ziegltrum, Vorsitzende des IHK-Regionalausschusses, setzten viele Unternehmen nach wie vor stark darauf, die eigenen Fachkräfte selbst auszubilden.
Laut Sonja Ziegltrum, Vorsitzende des IHK-Regionalausschusses, setzten viele Unternehmen nach wie vor stark darauf, die eigenen Fachkräfte selbst auszubilden. Christian Endt

Dennoch konnten auch im Jahr 2024 viele heimische IHK-Ausbildungsbetriebe nicht alle Ausbildungsplätze vergeben. Im Landkreis Ebersberg blieben nach Auswertung der Arbeitsagentur über alle Ausbildungsbereiche hinweg rund 150 Lehrstellen unbesetzt. Angesichts dieser Situation werden für die ausbildenden Unternehmen in der Region auch Bewerbungen aus dem Ausland zunehmend wichtiger, wie die IHK unterstreicht. Als angehender Fachkräftenachwuchs können Azubis mit ausländischem Pass helfen, den wachsenden Fachkräftemangel zumindest teilweise abzumildern.

Von den 344 Jugendlichen, die im vergangenen Jahr im Landkreis in ihre Ausbildung im IHK-Bereich gestartet sind, haben fast 21 Prozent keine deutsche Staatsangehörigkeit. Darunter sind auch Azubis mit marokkanischen, ukrainischen und vietnamesischen Pässen. Einen wichtigen Beitrag zu dieser Entwicklung leistet auch das 2023 verabschiedete Fachkräfteeinwanderungsgesetz. Die IHK betont, dass die berufliche Ausbildung eine starke integrative Kraft hat.

Auf dem ersten Platz der beliebtesten IHK-Berufe im Landkreis Ebersberg standen 2024 sowohl bei den Mädchen als auch den Jungen die Kaufleute für Groß- und Außenhandelsmanagement (Fachrichtung Großhandel). Im Ranking folgen die Verkäuferinnen und Verkäufer, die Kaufleute für Büromanagement sowie die Kaufleute im Einzelhandel. Insgesamt gibt es oberbayernweit mehr als 200 IHK-Berufe. Im Landkreis bilden etwa 210 IHK-zugehörige Betriebe aus. Rund 60 Prozent aller dualen Berufsausbildungsverträge werden im IHK-Bereich abgeschlossen.

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