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Aufstieg in der kirchlichen Hierachie:Bischof von Regensburg

Zornedings ehemaliger Kaplan Rudolf Voderholzer wird hoher Würdenträger

In einem der Umzugskartons, die in den vergangenen Wochen von Trier nach Regensburg transportiert worden sind, wird es wohl auch drin gewesen sein: das Ministrantenbrettspiel aus Zorneding. 23 Jahre ist es inzwischen her, dass Spielplan, Regeln und Spielfiguren von den Messdienern Zornedings erfunden und gebastelt wurden. Es war das Abschiedsgeschenk für Kaplan Rudolf Voderholzer, der die Pfarrei St. Martin im September 1990 nach zweijähriger Tätigkeit verlassen hatte. Am diesem Samstag wird er, nach vielen Stationen, unter anderem als Professor für Dogmatik in Trier, im Regensburger Dom zum Bischof der dortigen Diözese geweiht. In Zorneding verbindet man mit seinem Namen vor allem gute Erinnerungen.

Alfred Burgmayr, langjähriges Mitglied und ehemaliger Vorsitzender des Pfarrgemeinderats, war gerade Anfang Zwanzig, als der Neupriester Voderholzer 1988 nach Zorneding kam. In den Jahren zuvor war die "Katholische Integrierte Gemeinde" (KIG) für die Seelsorge zuständig gewesen. Sie trat für eine Lebensform ein, in der Priester und Laien ihr Leben miteinander verknüpfen, unter anderem durch das Wohnen in sogenannten Integrationshäusern. "Als Jugendliche wurden wir damals nicht so ernst genommen", erinnert sich Burgmayr, die KIG sei sehr gelehrt aufgetreten.

Zur Zeit von Voderholzer und dem mit ihm nach Zorneding gekommenen Pfarradministrator Herbert Krist wurde dann alles anders. Voderholzer war hauptsächlich für die Jugend zuständig, er begleitete Ausflüge und war Ansprechpartner für die Ministranten, bei denen Burgmayr damals sehr aktiv war, und den Rest der Pfarrjugend. Fortan seien die jungen Gläubigen wertgeschätzt worden, erzählt Burgmayr, "unsere Sorgen wurden ernst genommen und uns wurde zugehört". Besonderer Schwerpunkt von Voderholzers Arbeit waren ansprechende Jugendgottesdienste und so fällt in seine Kaplanszeit auch die Gründung der Jugendschola, eines modernen Chors. "Für die Jugend", erzählt Burgmayr, "war er recht aufgeschlossen".

Ein "Revoluzzer" sei Voderholzer aber nie gewesen, sagt der Zornedinger, "eher katholisch linientreu". Und so führte sein Weg Voderholzer nach dem Abschied aus Zorneding als wissenschaftlichen Assistenten an den Lehrstuhl für Dogmatik an die Ludwig-Maximilians-Universität München und nach einigen weiteren Stationen im Jahr 2005 als Professor an die Universität Trier. Man habe in der Pfarrjugend bereits vor über 20 Jahren gemutmaßt, so Burgmayr, was aus dem engagierten Kaplan Rudolf Voderholzer einmal werden könnte. "Wenn der so weitermacht, wird er bestimmt mal Bischof", hat einer damals gesagt. Er sollte recht behalten, am 6. Dezember vergangenen Jahres gab Papst Benedikt XVI. Voderholzers Ernennung zum Bischof von Regensburg bekannt. Auch wenn es kaum noch Kontakt der Pfarrei zu ihrem ehemaligen Kaplan gibt, werden zur Bischofsweihe rund zwanzig Zornedinger im Regensburger Dom erwartet. Vergessen haben sie ihn hier, obwohl er nur zwei Jahre da war, nicht.