Aufnahmestopp im Arbeitskreis Der ADFC muss draußen bleiben

Radler haben es auf den Straßen in Ebersberg nicht immer leicht, in der Arbeitsgruppe Verkehr mitreden dürfen sie aber erst einmal nicht.

(Foto: Christian Endt)

Eine Mehrheit im Ebersberger Technischen Ausschuss ist gegen die Aufnahme der Radfahrervertretung in den AK Verkehr

Von Max Nahrhaft, Ebersberg

Schon im Juli hatte der technische Ausschuss des Stadtrats beschlossen, dass es künftig einen Arbeitskreis "Verkehr Innenstadt und St. 2080", geben wird. Dieser soll nun demnächst zum ersten Mal tagen. Das Ziel ist eindeutig, man will das Ebersberger Verkehrsproblem lösen und hierfür zu Beratungen zusammen kommen. Wer in diesem Gremium sitzen darf, darüber herrscht aber keine Einigkeit. Dem Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC), das fahrradorientierte Pendant zum ADAC, wurde nun die Aufnahme verweigert.

Während die Stadträte von SPD und Grünen für eine Aufnahme plädierten, wurden sie von einer Mehrheit aus CSU und Freien Wählern überstimmt. Auch Bürgermeister Walter Brilmayer (CSU) hielt nichts von einer Erweiterung des Arbeitskreises, in dem bisher die Bürgerinitiative "St 2080 raus", die Schutzgemeinschaft Ebersberger Osten, Mitglieder aller Parteien im Stadtrat und der Seniorenbeirat vertreten sind.

"Dann müssten wir auch den ADAC und alle anderen einladen, so kommen wir zu keiner Lösung", erklärte Brilmayer. Er halte zwar viel vom ADFC, doch der Entscheidungsfindung des Arbeitskreises helfe es nicht, wenn es immer mehr Mitglieder würden. Auch Gerd Otter (Freie Wähler) sah es als vorrangig, dass das Gremium "arbeitsfähig bleibt". Sein Parteikollege, der zweite Bürgermeister Toni Ried fand, dass man die Teilnehmerzahl "begrenzen muss, damit wir den Arbeitskreis nicht aufblähen". Sonst verfehle er seine Wirkung.

Hans Mühlfenzl (SPD) verstand jedoch nicht, was gegen die Aufnahme des ADFC spreche. Dieser mache seit Jahren gute Arbeit und vernünftige Vorschläge. "Der Schutzverein Ebersberger Osten wurde hingegen erst nach dem Arbeitskreis gegründet", so Mühlfenzl. Da die Schutzgemeinschaft aufgenommen wurde, hätte auch der Fahrradclub seine Berechtigung zu einer Mitarbeit im Arbeitskreis, argumentierte er. Auch der Grüne Philipp Goldner betonte den Sachverstand des ADFC. Er sei ein "wertvoller Teilnehmer an Diskussionen", der auf jeden Fall aufgenommen werden sollte.

Schlussendlich wird der ADFC nicht Teil des Beratungsgremiums sein. Dennoch soll der Fahrradclub themenbezogen bei einige Sitzungsterminen eingeladen werden.