Bilanz für JanuarDer Winter lässt die Arbeitslosigkeit ansteigen

Lesezeit: 2 Min.

Gerade im Bausektor wird die Arbeit im Winter stark zurückgefahren. Das wirkt sich auch auf die Beschäftigten aus.
Gerade im Bausektor wird die Arbeit im Winter stark zurückgefahren. Das wirkt sich auch auf die Beschäftigten aus. Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Die Arbeitslosenquote erhöht sich im Landkreis Ebersberg auf 3,1 Prozent. Insgesamt ist die Situation aber noch vergleichsweise stabil.

Zum Jahresauftakt ist die Arbeitslosigkeit in den Landkreisen Dachau, Ebersberg, Erding und Freising angestiegen: Die Agentur für Arbeit Freising zählte in ihrem Agenturbezirk insgesamt 12 529 Arbeitslose und damit 1421 Frauen und Männer mehr als im Dezember 2024. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich von 2,9 Prozent im Vormonat auf 3,3 Prozent im Januar 2025. Betrachtet man allein den Landkreis Ebersberg, beträgt der Anstieg 0,3 Prozentpunkte. Die Quote liegt nun bei 3,1 Prozent. Im Januar vor einem Jahr lag sie bei 2,6 Prozent.

„Dieser sprunghafte Anstieg der Arbeitslosenquote ist typisch für die Saison“, erläutert Nikolaus Windisch, Chef der Agentur für Arbeit Freising. „Unternehmen in den witterungsabhängigen Branchen sehen sich in der kalten Jahreszeit oftmals gezwungen, ihren Betrieb stark einzuschränken und teilweise auch Personal zu entlassen.“ Mit steigenden Temperaturen im Frühjahr reduziere sich die Arbeitslosigkeit unter den Beschäftigten in den Außenberufen erfahrungsgemäß aber wieder.

Darüber hinaus setzte sich im Januar 2025 eine Entwicklung fort, die schon 2024 sukzessive zu beobachten war: Die Zahl der Arbeitslosen bewegte sich insgesamt auf einem etwas höheren Niveau als in den Vorjahren. So waren im Agenturbezirk im Januar vor einem Jahr noch 1801 Personen weniger arbeitslos gemeldet als im Januar 2025. Die Arbeitslosenquote lag im Januar 2024 noch bei 2,9 Prozent. „Die Zeiten sind bundesweit weiterhin geprägt von steigenden Kosten und in Teilen der Wirtschaft auch von sinkender Nachfrage. Die wirtschaftlichen Aussichten bleiben unsicher und das wirkt sich inzwischen auch auf die hiesigen Betriebe und den regionalen Arbeitsmarkt aus“, so Nikolaus Windisch.

Personalnachfrage sinkt leicht

Die Betriebe reagieren mit leicht rückläufigen Stellenmeldungen: Im Januar 2025 informierten die regionalen Unternehmen die Arbeitsagenturen in den Landkreisen Freising, Erding, Dachau und Ebersberg über 618 neu zu besetzende Arbeitsstellen. Damit befanden sich insgesamt 5346 Arbeitsangebote im Stellenpool der Agentur für Arbeit. Das waren 743 Stellen weniger als im Januar 2024.

Große Personalbedarfe verzeichnete zum Jahresbeginn weiterhin das Berufssegment der Verkehrs- und Logistikberufe mit insgesamt 1245 vakanten Stellen. Für die fertigungstechnischen Berufe – darunter fallen beispielsweise die Maschinen- und Fahrzeugtechnikberufe sowie die Mechatronik-, Energie- und Elektroberufe – wurden Mitarbeitende für 733 freie Stellen gesucht. Im Berufssegment der Handelsberufe waren 718 offene Stellen gemeldet.

Insgesamt sei die Situation auf dem regionalen Arbeitsmarkt – vor allem auch im bundesweiten Vergleich – weiterhin robust, heißt es in einer Pressemitteilung: „Die hiesige Wirtschaftsstruktur, die geprägt ist von vielen kleinen und mittleren Unternehmen, die in ganz unterschiedlichen Branchen tätig sind, trägt weiterhin zu viel Stabilität in der Region bei“, betont Nikolaus Windisch.

Leicht positiv entwickelte sich zuletzt die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten mit Arbeitsort in den Landkreisen Freising, Erding, Dachau und Ebersberg. Die neuesten Auswertungen zeigen einen Anstieg der Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten zwischen Juni 2023 und Juni 2024 um 2.843 Personen auf insgesamt 225.645 Beschäftigte. Das entspricht einem Zuwachs in den vier Landkreisen von 1,3 Prozent.

In den einzelnen Landkreisen ergaben sich folgende Entwicklungen: Im Landkreis Freising stieg die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten um 2202 Personen oder 2,6 Prozent auf 86 653 Beschäftigte an. Im Landkreis Erding erhöhte sich die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten um 715 Personen oder 1,5 Prozent auf 47 549 Beschäftigte. Für den Landkreis Ebersberg errechnete sich ein Zuwachs an sozialversicherungspflichtig Beschäftigten um 474 Personen oder 1,0 Prozent auf nun 45 643 Beschäftigte. Lediglich im Landkreis Dachau sank die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten – um 548 Personen oder 1,2 Prozent auf 45 800 Beschäftigte.

Mit Blick auf die Wirtschaftsbereiche zeichnet sich folgendes Bild: Beschäftigtenzuwächse waren in den Landkreisen Freising, Erding, Dachau und Ebersberg insgesamt unter anderem im Bereich Verkehr und Lagerei sowie im Bereich Handel, Instandhaltung/Reparatur Kfz zu verzeichnen. Die stärksten Beschäftigungsrückgänge gab es im verarbeitenden Gewerbe, gefolgt vom Baugewerbe.

© SZ/sz - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
Zur SZ-Startseite

Psychische Gesundheit
:„Mir fehlen die Worte, um auszudrücken, was in mir vorgeht“

Unser Autor findet eine Leiche und denkt zunächst – gar nichts. Er funktioniert nur. Doch Tage später fängt er plötzlich an zu weinen. Was geschieht da mit ihm? Mithilfe eines Experten lernt er, seine Reaktionen zu verstehen – und was er womöglich anders hätte machen sollen.

SZ PlusVon Merlin Wassermann

Lesen Sie mehr zum Thema

  • Medizin, Gesundheit & Soziales
  • Tech. Entwicklung & Konstruktion
  • Consulting & Beratung
  • Marketing, PR & Werbung
  • Fahrzeugbau & Zulieferer
  • IT/TK Softwareentwicklung
  • Tech. Management & Projektplanung
  • Vertrieb, Verkauf & Handel
  • Forschung & Entwicklung
Jetzt entdecken

Exklusive Gutscheine für SZ-Abonnenten: