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Arbeitsmarkt im Landkreis:Schwierige Prognose

Noch ist die Arbeitslosenquote in Ebersberg mit 1,9 Prozent wie gewohnt niedrig. Doch das könnte sich bald ändern

Wie auf alle Bereiche des öffentlichen Lebens, hat die Corona-Krise auch Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt. Wie genau sich diese darstellen, werde sich aber laut Nikolaus Windisch, Chef der Arbeitsagentur Freising, die auch für den Landkreis Ebersberg zuständig ist, frühestens ab dem nächsten Monat zeigen. "Zur Einschätzung der Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt kommt erschwerend die Unsicherheit hinzu, wie lange die Corona-Krise anhält und wie schnell die Betriebe anschließend wieder in ihr normales Geschäft einsteigen können", so Windisch. Im aktuellen Bericht, den die Arbeitsagentur monatlich veröffentlicht, sehen die Zahlen für Ebersberg deshalb noch sehr gut aus. Demnach hat sich die Arbeitslosigkeit im Landkreis von Februar auf März um 93 auf 1517 Personen verringert. Die Quote liegt nun bei 1,9 Prozent und damit exakt auf dem Wert des Vorjahres.

Den Daten der Arbeitsagentur zufolge meldeten sich 634 Personen - neu oder erneut - arbeitslos, das sind 80 mehr als vor einem Jahr. Gleichzeitig beendeten 730 Personen ihre Arbeitslosigkeit. Seit Jahresbeginn gab es im Raum Ebersberg insgesamt 2037 Arbeitslosmeldungen, das ist der Agentur zufolge ein Plus von 79 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Dem gegenüber stehen 1897 Abmeldungen von Arbeitslosen, was einem Zuwachs von 115 im Vergleich zu 2019 entspricht.

Der Bestand an Arbeitsstellen ist im März um 142 Stellen auf 1377 gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 255 freie Stellen mehr. Arbeitgeber meldeten im März 343 neue Arbeitsstellen, 120 mehr als vor einem Jahr. Seit Januar gingen 837 Arbeitsstellen ein, gegenüber dem Vorjahreszeitraum ist das ein Zuwachs von 108.

Diese guten Werte führt Agenturchef Windisch in einer Pressemitteilung auf die einsetzende Frühjahrsbelebung am Markt zurück - und schränkt zugleich ein: "Wir gehen davon aus, dass sich der Trend im April umkehrt. Angesichts der in weiten Teilen ruhenden Wirtschaft bleiben Neu- und Wiedereinstellungen in fast allen Wirtschaftsbereichen vorerst aus." Die aktuellen Zahlen basierten noch auf Daten vom 12. März, dem statistischen Zähltag für den Berichtsmonat. Damals, so Windisch, habe man noch am Beginn der Coronavirus-Pandemie gestanden.

Dennoch gibt es auch in der jetzigen Situationen Branchen, in denen Arbeitskraft gefragt ist. Die Freisinger Agentur nennt als Beispiele vor allen den Gesundheitssektor, aber auch die gesamte Kette der Lebensmittelversorgung und den Onlinehandel. In der Region würden vorrangig Arbeitskräfte für den Einzelhandel, im Lager- und Logistikbereich sowie Saisonkräfte für die Landwirtschaft gesucht.

© SZ vom 01.04.2020 / aju

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