Antrag der Kreistagsfraktion SPD fordert Frauenhaus im Landkreis

Frauen aus dem Landkreis, die Opfer von häuslicher Gewalt geworden sind, finden nur schwer Zuflucht vor ihrem Partner: Denn die Plätze im Frauenhaus in Erding, das auch vom Landkreis Ebersberg mitfinanziert wird, sind ständig belegt. In diesem Jahr konnte noch keine Frau aus Ebersberg dort untergebracht werden, wie eine Mitarbeiterin des Ebersberger Frauennotrufs kürzlich in der SZ Ebersberg ausgeführt hat. Die SPD-Fraktion im Kreistag nimmt das nun zum Anlass, erneut ein eigenes Frauenhaus im Landkreis zu fordern: "Ein wohlhabender Landkreis wie Ebersberg braucht einen festen Platz zum Schutz für Frauen und ihre Kinder, die im Landkreis Opfer häuslicher Gewalt geworden sind", heißt es in dem Antrag. Man müsse gesicherte Plätze in eigener Verantwortung schaffen und die Betreuung sicherstellen. "Gleichzeitig ist zu prüfen, inwieweit eine Kooperation mit dem Landkreis Erding überhaupt noch fortgeführt werden soll", schreibt SPD-Fraktionschef Albert Hingerl weiter.

Bereits in der Vergangenheit war immer wieder Kritik an der Kooperation mit dem Landkreis Erding laut geworden - vor allem, als der Erdinger Landrat Martin Bayerstorfer (CSU) ohne Rücksprache mit den Ebersberger Partnern aus Kostengründen einen Trägerwechsel beim Erdinger Frauenhaus veranlasste. Dennoch entschied sich der Ebersberger Kreistag im Februar erneut für die Zusammenarbeit mit Erding. Allerdings beschloss der zuständige Ausschuss damals auch, prüfen zu lassen, ob man nach Ablauf der vier Jahre, für die die Kooperation jetzt verlängert wurde, möglicherweise eigene Wege geht.