Anni-Pickert-Schule Poing:Frische Luft dank "Zauberwürfel"

In der Poinger Anni-Pickert-Schule soll eine CO₂-Ampel sicheres Lernen ermöglichen

Von Marie Schmidt, Poing

Wie in einer kleinen Schulklasse beginnt der Freitagmorgen mit einem Gang ins Klassenzimmer der Anni-Pickert-Grund-und Mittelschule in Poing. Doch nicht um noch einmal die Schulbank zu drücken sind die Besucher gekommen - nein, hier hängt etwas ganz Besonderes an der Wand: ein kleines Gerät, das für die Direktorin Eva Guerin "ein Sechser im Lotto" ist, wie sie selbst sagt. Bei dem Apparat handelt es sich um eine CO₂-Ampel der Firma Rysta, die durch Hilfe der Versicherungskammer Bayern nun in den Klassenzimmern der Schule aufgehängt wird und den Kindern trotz Pandemie ein sicheres Lernen ermöglichen soll.

Anni-Pickert-Schule Poing: In Poing freut man sich über das neue CO₂-Messgerät der Anni-Pickert-Schule.

In Poing freut man sich über das neue CO₂-Messgerät der Anni-Pickert-Schule.

(Foto: Christian Endt)

Eine Ablenkung dürfte der "Zauberwürfel", wie er liebevoll von der Schulleitung getauft wurde, für die Schüler aber kaum darstellen. Durch seine kompakte Größe und das schwache Licht fällt er nur bei genauem Hinschauen auf. Wichtig sei, den Unterricht nicht zu stören und die Ampel in den Schulalltag der Schüler einzubauen, sagt Stefan Pokorny, Innovator Komposit der Versicherungskammer Bayern. Dazu war es nötig, den Sensor vorerst zu testen, um herauszufinden, wie oft gelüftet werden soll und wie sich die Ampel bei verschiedenen Gruppen und Zimmern verhält. Hausmeister Reinhold Bitsch stellt fest: "Jüngere Kinder verbrauchen viel weniger Luft als ältere. Das war uns so gar nicht bewusst."

Anni-Pickert-Schule Poing: Das Gerät könnte ein Vorreiter für weitere Schulen im Landkreis Ebersberg sein.

Das Gerät könnte ein Vorreiter für weitere Schulen im Landkreis Ebersberg sein.

(Foto: Christian Endt)

Das Pilotprojekt, das an der Anni-Pickert Grund-und Mittelschule für große Begeisterung sorgt, könnte ein Vorreiter für viele Schulen im Landkreis sein, denn mit der preiswerten Lösung könnten auch über die Pandemie hinaus Probleme wie Feuchtigkeit oder Schimmel in Räumen gemessen, schnell erkannt und eingedämmt werden. Wichtig findet das Bitsch, der auch über die Ferien in der Schule nach dem Rechten sehen muss. Da die Sensoren in der Schule mit einem Dashboard verbunden sind, über welches man jederzeit den Feuchtigkeitsgehalt, den CO₂-Anteil und sogar die Helligkeit des Raumes einsehen kann, wird die Arbeit des Hausmeisters stark erleichtert. "Das ist mehr als eine reine CO₂-Ampel, also mich hat das überzeugt", sagt auch Poings Bürgermeister Thomas Stark (parteilos). Guerin und er sind sich sicher: die Technik stellt eine innovative Lösung dar, die perfekt ins digitale Zeitalter passt. Für den Winter gibt sich die stellvertretende Schulleiterin Alice Fischer deshalb recht optimistisch: Im schlimmsten Fall werde es zu Wechselunterricht kommen, aber das CO₂-Messgerät sei eine große Unterstützung, um das zu verhindern.

© SZ vom 07.09.2021
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