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Angebot im Neubaugebiet:Neubürger teilen sich Autos

Im Neubaugebiet in Vaterstetten werden zwei bis drei Fahrzeuge zur Verfügung gestellt. (Symbolbild)

(Foto: Alessandra Schellnegger)

In Vaterstetten startet ein einzigartiges Carsharing-Projekt

Mit Neubaugebieten geht meist auch ein Anstieg des Verkehrsaufkommens einher. So manchen alteingesessenen Mitbürger stört das gewaltig. Um den Verkehr im Neubaugebiet Nord-West zu reduzieren, haben die Gemeinde Vaterstetten, der Carsharing-Verein "Vaterstetter Auto-Teiler" und die Bauträger des Wohngebietes ein Konzept ausgearbeitet, wie Carsharing gefördert werden kann. Im Neubaugebiet werden zwei bis drei Fahrzeuge zur Verfügung gestellt, die von den Neubürgern benutzt werden können - ohne Mitgliedschaft beim Carsharing-Verein. Die Vaterstettener Konstellation mit der Finanzierung durch die Bauträger ist bundesweit einzigartig, der Bundesverband Carsharing kennt keine weiteren Projekte, die so ablaufen.

Normalerweise stellen die "Vaterstettener Auto-Teiler" einige Anforderungen zur Benutzung ihrer Wagen. Im größten Carsharing-Verein des Landkreises ist zunächst eine Mitgliedschaft nötig. Wer beitritt, muss eine Einlage leisten und eine Aufnahmegebühr bezahlen. Dann erst können die Mitglieder und die von ihnen angegebenen Fahrberechtigten die insgesamt 20 Wagen benutzen. Für das neue Wohngebiet in Vaterstetten sieht das Konzept nun vor, dass eine Nutzung ohne feste Mitgliedschaft und größere Geldzahlungen möglich ist. "Durch die Null-Einstiegshürde hoffen wir Leute auf den Geschmack des Carsharing zu bringen. Damit können wir dann auch unser Ziel, die Zahl der Autos zu verringern, erreichen", erklärt der erste Vorsitzende der "Auto-Teiler", Klaus Breindl.

Möglich macht das Ganze eine einzigartige Konstellation. Das Konzept sieht so aus, dass die Gemeinde die Rahmenbedingungen wie Stellplätze schafft, die Bauträger die Autos finanzieren und der Verein die Organisation und Durchführung übernimmt. "An der Reduzierung von Verkehr ist allen etwas gelegen. Das schafft höhere Lebensqualität und ein besseres Wohngefühl", erklärt Frederic Mann von der Eurythos Gruppe, einem der Bauträger, die Motivation dahinter. Auch der Bürgermeister von Vaterstetten, Georg Reitsberger, äußert sich positiv: "Ich stehe hinter so etwas. Jedes Auto braucht Platz, und wenn wir zusätzliche Stellplätze vermeiden können, ist das gut so."

Das Angebot steht allen Personen offen, die eine Wohnung im Neubaugebiet beziehen. Es sollen erst einmal nur die zwei Fahrzeuge im Neubaugebiet zur Verfügung stehen. Mitglieder des Vereins haben Zugriff auf alle Fahrzeuge im Ortsgebiet. Um sie zu mieten, sind eine Anmeldung beim Verein und einige Formalitäten, wie die Überprüfung des Führerscheins, notwendig, zu bezahlen sind nur die anfallenden Nutzungsgebühren. Bis jetzt steht ein Auto im Wohngebiet Nordwest. Ein weiteres ist fest eingeplant. Sollten diese beiden genug ausgelastet werden, besteht laut Breindl auch die Möglichkeit, dass ein drittes Auto für das Programm bereitgestellt wird.

Bislang haben sich drei Neubürger für das Sharing-Programm gefunden. Breindl denkt, dass es aber noch mehr werden: "Es sind ja erst ungefähr die Hälfte der Leute eingezogen." Es liegen auch noch mehrere Anfragen vor. Ein neues festes Mitglied hat der Verein schon gefunden. Das Projekt ist noch ein Experiment. Ob es erfolgreich sein wird, hängt vom Zuspruch ab, so Breindl.

Der Auto-Teiler äußert sich über das Zustandekommen des Projektes äußerst positiv: "Die Zusammenarbeit mit der Gemeinde und den Bauträgern war sehr angenehm." Für die weitere Arbeit an dem Programm sagt er: "Wir sind jetzt in der Umsetzungsphase. Jetzt müssen wir dafür Werbung machen."