Ebersberg Scherzkeks legt gefälschte Facebook-Seite des Amtsgerichts an

Fake auf Facebook: Diese Seite hat das Amtsgericht Ebersberg höchst wahrscheinlich nicht selbst erstellt.

(Foto: SZ-Screenshot)

Viele Internet-Nutzer gehen dem Fake auf den Leim - dabei ist die Seite "Amtsgericht Ebersberg" schon rein optisch leicht enttarnbar.

Kolumne von Andreas Junkmann

Das Internet ist zwar entgegen der Meinung von so manchem CDU-Spitzenpolitiker keineswegs ein rechtsfreier Raum, gleichwohl ist die Versuchung, dort Unfug zu treiben, etwas größer einzuschätzen als im realen Leben. Das musste jüngst auch der AfD-Kreisverband Ebersberg erfahren, dessen Facebookauftritt gehackt und mit einem - inzwischen gelöschten - Link auf eine Pornoseite manipuliert worden ist. Doch selbst vor der hohen Juristerei macht der digitale Schabernack keinen Halt, wie ebenfalls auf Facebook zu sehen ist, wenn man dort "Amtsgericht Ebersberg" in die Suchmaske tippt.

Zwar kommt man tatsächlich auf eine Seite, die wohl den Eindruck erwecken soll, von der Behörde betrieben zu werden. Bei genauerem Hinsehen entpuppt sich das Ganze aber schnell als Scherz. Denn in keinem Gericht der Welt würde man wohl so viel Humor besitzen, ein Foto von zwei halbnackten Bauarbeitern als Titelbild für einen öffentlichen Auftritt zu verwenden. Allein dieser Auffassung scheinen nicht alle Benutzer des sozialen Netzwerks zu sein, wie ein Blick auf die dort abgesonderten Postings zeigt. Hier sind einige Menschen allen Ernstes der Meinung, sie seien auf der offiziellen Facebook-Seite des Amtsgerichts gelandet.

Eine Frau etwa war schon ganz aufgeregt, als sie im Februar dieses Jahres offenbar zum erstem Mal in der Gerichtsstube vorstellig werden musste. "Bin mal gespannt. Law and Order", schreibt sie - um anschließend darüber aufzuklären, die Verhandlung sei "lustig" gewesen. Weniger Spaß dürfte dagegen ein jüngerer Mann gehabt haben, der sich mit den Worten "Wie ich es hasse" auf der Seite verlinkt.

Ein weiterer Mann ist im Juli 2014 mit großen Plänen ins Amtsgericht marschiert - er wollte sich von seiner Frau scheiden lassen. Voller Vorfreude hat er zuvor noch in aller Öffentlichkeit ein Selfie gepostet, was eine breite Unterstützung in den zugehörigen Kommentaren zur Folge hatte. Und offenbar hat die virtuelle Daumendrückerei geholfen, denn nur wenig später meldete sich der Mann erneut zu Wort: "So Freispruch bekommen! Die Richterin hat nach sorgfältiger Prüfung festgestellt, dass ein weiterführen der Ehe nicht möglich ist!" Herzlichen Glückwunsch!

Und wenn diese ganzen eifrigen Schreiberlinge nun noch darauf kommen würden, dass sie ihre Ergüsse schon seit Jahren auf einer gefälschten Seite hinterlegen, die wohl irgend jemand aus Jux und Tollerei angelegt hat, dann stünde ihrem geregelten Leben in Freiheit auch nichts mehr im Weg. Bis es soweit ist, können sie sich aber zumindest weiterhin an der Freiheit des Internets laben.

AfD AfD-Facebookseite verlinkt auf Porno-Website

Glosse

AfD-Facebookseite verlinkt auf Porno-Website

Der Facebookauftritt des AfD-Kreisverbands Ebersberg führt auf eine Plattform mit Filmtiteln wie "Blowjob nach der Schule".   Glosse von Andreas Junkmann