Süddeutsche Zeitung

Altersarmut:VdK warnt

Besonders Frauen im Landkreis haben oft zu wenig Rente

Besorgt hat sich die VdK Kreisverbandsvorsitzende, SPD-Landtagsabgeordnete Doris Rauscher über aktuelle Zahlen des Bayerischen Arbeitsministeriums zum Rentenniveau gezeigt. Demnach erhalten Frauen im Landkreis Ebersberg lediglich 73 Prozent der örtlichen Durchschnittsrente. "Im Landkreis bekommen die 13 570 Frauen gerade einmal 671 Euro Rente - damit liegen sie deutlich unter der Armutsschwelle von 1039 Euro im Monat. So lässt sich allein aufgrund der hohen Mieten kaum ein altersgerechtes Leben bestreiten, vor allem bei Alleinstehenden", warnt Rauscher. "Die Rente der 10 788 Männer beträgt dagegen fast das Doppelte - sie haben monatlich 1227 Euro zur Verfügung. Es darf weder heute noch zukünftig sein, dass ein auskömmlicher Ruhestand wesentlich vom Geschlecht abhängt."

Rauscher kritisiert, dass die Sozial- und Familienpolitik der Staatsregierung Frauen systematisch benachteilige: "Familienpolitik zielt in Bayern nach wie vor auf das Modell des männlichen Alleinernährers ab. Das Nachsehen im Alter haben dann die Frauen." Für den VdK Kreisverband sind die aktuellen Zahlen einmal mehr Grund dazu, die Staatsregierung aufzufordern, endlich gegenzusteuern. "Die Staatsregierung ist in der Pflicht, endlich die Weichen für ein gutes Auskommen zu stellen - unabhängig von Lebensphase und Geschlecht! Die Familien- und Sorgearbeit der Frauen darf am Ende nicht zu einer Entwertung der Lebensleistung führen."

Aber auch bei den Männern ist die Rente nicht immer unbedingt üppig, laut der Daten des Ministeriums lag die Durchschnittsrente im Landkreis im vergangenen Jahr unter den durchschnittlichen Renten im Bezirk Oberbayern. Im Schnitt erhielten Rentner in Ebersberg 917 Euro im Monat und liegen damit ebenfalls unter dem Grenzwert von 1039 Euro, ab dem Altersarmut droht. "All diese Zahlen sind ein deutliches Alarmsignal. Umso wichtiger wäre es, die Weichen sofort richtig zu stellen", so Rauscher, sie fordert die Einführung einer Solidarrente.

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SZ vom 28.12.2017 / sz
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