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Vaterstetten:Allianz steigt beim Gewerbegebiet Parsdorf ein

Der Versicherungskonzern Allianz übernimmt die Hälfte der Anteile am Parsdorfer Gewerbegebiet, wo sich unter anderem BMW ansiedeln wird.

(Foto: Christian Endt)

Der Versicherer wird Teil des Großprojekts der Gemeinde Vaterstetten nördlich der A 94. Das könnte den nun beschleunigten Zeitplan erklären.

Das derzeit im Bau befindliche Gewerbegebiet nördlich der A94 bei Parsdorf hat einen neuen Miteigentümer. Der Versicherungskonzern Allianz steigt über seine Immobiliensparte "Allianz Real Estate" in das Projekt ein. Dies teilten der belgische Logistikimmobilienentwickler VGP, der das Projekt bislang alleine betreute und die Allianz nun in einer gemeinsamen Pressemitteilung mit.

Demnach haben die beiden Firmen "ein neues 50:50 Joint Venture für die Entwicklung des VGP Parks München abgeschlossen", die Allianz übernimmt also die Hälfte der Anteile an dem Projekt. In Zahlen ausgedrückt ist das etwa eine Viertelmilliarde Euro, zumindest gab VGP vergangenes Jahr gegenüber der Immobilien Zeitung die Investitionssumme für den Gewerbepark mit insgesamt 500 Millionen Euro an. Was angesichts der nach eigenen Angaben 76,6 Milliarden Euro, die Allianz Real Estate weltweit an Immobilienwerten besitzt, für diese zunächst keine ganz große Summe ist. Gut 6,6 Milliarden Euro habe man derzeit in ähnlichen Projekten wie dem Gewerbepark in Parsdorf angelegt, heißt es in der Pressemitteilung.

Besonders der Bereich Logistik sei für den Versicherer und seine Immobiliensparte interessant, schreibt Kari Pitkin, Leiter der Geschäftsentwicklung für Europa bei der Allianz Real Estate, "Logistik als Anlageklasse bleibt ein wesentlicher Schwerpunkt."

Die Logistik wird auch der erste Teil des Gewerbegebietes sein, der den Betrieb aufnimmt. Bereits im August soll das vom Autobauer BMW genutzte Logistikzentrum im Norden des rund 40 Hektar großen Areals fertiggestellt und bezogen werden. Für drei weitere Hallen ist die Fertigstellung bis Ende 2022 geplant. In diese wird der chinesische Maschinenbauer Krauss-Maffei seine derzeit in München-Allach gelegenen Produktionsstätten samt Verwaltung verlegen. Ein weiteres Gebäude soll laut der aktuellen Pressemitteilung Anfang 2026 realisiert werden. Wer dort einzieht, ist offenbar aber noch nicht sicher, zumindest war es so vor einer Woche im Vaterstettener Bauausschuss zu erfahren. Insgesamt entstünden 270 000 Quadratmeter Mietfläche, heißt es in der Pressemeldung.

"Beleg für die Qualität unseres Entwicklungsgeschäfts"

Wie VGP und Allianz mitteilen, ist der Einstieg des Versicherers in das Parsdorfer Projekt bereits die dritte Zusammenarbeit der Firmen. Dabei ähnele "die Management- und Führungsstruktur der neuen Partnerschaft" zwei bestehenden Joint Ventures der beiden: "VGP wird als alleiniger Vermögens-, Immobilien- und Entwicklungsmanager fungieren.

Allianz Real Estate wird das Joint Venture im Auftrag der Unternehmen der Allianz Gruppe führen." Der Versicherer wird also quasi der Senior-Partner der neuen Zusammenarbeit. Im Gegensatz zu den beiden bestehenden Projekten von VGP und Allianz, "die sich auf den Erwerb der von VGP entwickelten und Ertrag generierenden Vermögenswerte konzentrieren, wird sich dieses neue Joint Venture zunächst auf die Entwicklung des VGP Park München konzentrieren."

Dort bezeichnet man den Einstieg des Versicherers als "Beleg für die Qualität unseres Entwicklungsgeschäfts, auch im Hinblick auf unsere hohen Bau- und Konstruktionsstandards", lässt sich Jan Van Geet, Vorstandsvorsitzender von VGP, zitieren. "Durch diese neue Partnerschaft sind wir in der Lage, die erforderlichen Investitionsausgaben zu teilen, Veräußerungserlöse zu sichern und weiterhin in den Ausbau unserer Portfolio-Pipeline zu investieren."

Auf die Nutzung des Gewerbegebietes hat der Einstieg der Allianz offenbar keinen Einfluss. "Der Park ist an Krauss-Maffei Technologies und BMW vorvermietet", steht ausdrücklich in der gemeinsamen Pressemitteilung. Allerdings könnte der Einstieg des Versicherers den beschleunigten Zeitplan erklären, der vergangene Woche im Bauausschuss präsentiert wurde. Statt erst 2024 soll die dritte von Krauss-Maffei genutzte Halle bereits gleichzeitig mit den ersten beiden im Oktober übernächsten Jahres fertiggestellt und im November bezogen sein.

© SZ vom 05.06.2020/koei
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