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Ärger über Vaterstettens Pläne:Kritik an Parsdorf hält an

Auch nach dem Verzicht auf das Einkaufszentrum im Gewerbegebiet schlägt der Gemeinde heftiger Widerstand von Nachbargemeinden und Interessensverbänden entgegen

Nicht nur in Erding erheben sich kritische Stimmen, wenn am Stadtrand Gewerbeflächen für Einzelhandel ausgewiesen werden. In der Gemeinde Vaterstetten (Landkreis Ebersberg) schwelt schon lange ein Konflikt wegen eines ein 33 Hektar großen Gewerbegebiets, das in Parsdorf ausgewiesen werden soll. Nun hat der Vaterstettener Gemeinderat mit großer Mehrheit einen überarbeiteten Flächennutzungsplan beschlossen. Im Frühjahr sollen die Bauarbeiten beginnen. Eine Überarbeitung war nötig geworden, weil die Regierung von Oberbayern nicht einverstanden war mit einem großen Einkaufszentrum. Die Kritik hält trotzdem an.

Nachbargemeinden warnen vor den Folgen und fürchten eine Zunahme des Verkehrs, insbesondere wegen eines knapp 13 500 Hektar großen Bau- und Gartenmarktes. Es wird auch bezweifelt, ob ein Markt dieser Größe angesichts des Angebotes in der Region überhaupt nötig sei. Auch die Industrie und Handelskammer, die Handwerkskammer sowie der Handelsverband Bayern sprechen sich dagegen aus, dass in Parsdorf "unverhältnismäßig viele Einzelhandelsflächen" ausgewiesen werden. Das große Einkaufszentrum sei vom Tisch, dies dürfe aber nicht dazu führen, dass "sukzessive Einzelhandelsbetriebe knapp unter der Schwelle der Großflächigkeit dort angesiedelt werden", so der Handelsverband. Dies richtet sich gegen Pläne für bis zu vier Supermärkten in Parsdorf.

Auch die Nachbarkommunen sehen das sehr kritisch. Grafing warnt vor der Agglomeration von Einzelhandel in Parsdorf. Grasbrunn hält es für "städtebaulich nicht optimal", da die Märkte zu weit von den Wohnbauflächen entfernt seien. Die Vaterstettener Verwaltung betont, dass die Supermärkte der Nahversorgung für die nördlichen Ortsteile Vaterstettens dienten. Derzeit gebe es für die 3000 Einwohner keine Lebensmittelversorgung in der Nähe. Auch im Gemeinderat gibt es kritische Stimmen. Die Grünen lehnten den Flächennutzungsplan ab, auch sie halten Baumarkt und Supermärkte für überdimensioniert. Es sei ein "Meilenstein auf dem nicht immer einfachen Weg zum Gewerbegebiet" erreicht, sagte Bürgermeister Niedergesäß trotzdem.