480 Kilo Abfälle hat jeder Landkreisbürger – vom Baby bis zum Rentner – im Jahr 2023 verursacht: Das geht aus einer aktuellen Statistik hervor, die das Landratsamt nun vorgelegt hat. Dabei zeigt sich, dass die Gesamtabfallmenge im vergangenen Jahr leicht zurückgegangen ist. Das ist besonders bei Papier, Pappe und Kartonagen der Fall. Bei Hausmüll, Sperrmüll, Bio- und Gartenabfällen sowie Leichtverpackungen ist die Menge hingegen etwa auf dem Niveau von 2022 geblieben. Insgesamt entstanden im Jahr 2023 im Landkreis 70 803 Tonnen Abfälle, das sind knapp 3800 Tonnen weniger als noch im Jahr 2019.
Allerdings hat sich die Menge der Abfälle im Landkreis Ebersberg nicht linear entwickelt. 2020 und 2021 gab es deutliche Ausreißer nach oben, nach Angaben der Fachleute im Landratsamt ist das freilich leicht zu erklären: „Durch die verstärkte häusliche Nutzung und vermehrte Aktivitäten im eigenen Haushalt wie Kochen, Renovierungen und Entrümpelungen, kam es zu einem Anstieg, insbesondere bei Leichtverpackungen, Behälterglas, Bioabfällen, Rest- und Sperrmüll.“
Deutliche Unterschiede gibt es im Vergleich der Gemeinden, etwa, was den Anfall von Hausmüll betrifft. Der Durchschnitt im Landkreis liegt hier bei 91,70 Kilo pro Einwohner. Gerade viele ländlichere Gemeinden liegen aber teils sehr deutlich darüber: Spitzenreiter ist dabei Egmating mit 108,37 Kilo pro Einwohner, es folgt Hohenlinden mit genau 107 Kilo und Oberpframmern mit 106,72 Kilo. Besonders wenig Hausmüll fällt hingegen in Vaterstetten an, wo man bei 65,93 Kilo liegt. Auch die Städte Ebersberg und Grafing liegen unter dem Durchschnitt, hier wurden 83,17 beziehungsweise 87,86 Kilo Hausmüll pro Einwohner eingesammelt. In den größeren und städtischen Gemeinden wird hingegen pro Kopf deutlich mehr Biomüll registriert – einer der Gründe dafür ist, dass in den ländlichen Gemeinden viele Bürgerinnen und Bürger ihre organischen Abfälle selbst kompostieren und nicht in der Biotonne entsorgen.
Beim Biomüll gelten nach Mitteilung des Landratsamts von 2025 an strengere Regeln: Die novellierte Bioabfallverordnung (BioAbfV) begrenze den Anteil an Fremdstoffen wie Kunststoff, Metall oder Glas in Bioabfällen stark. Für Bioabfälle aus Haushalten gilt der Störstoffgrenzwert von unter einem Prozent. Ziel sei es, die Qualität der Bioabfälle zu verbessern und die Herstellung hochwertiger Kompostprodukte zu sichern. „Bei Überschreitung dieses Wertes müssen Entsorgungsanlagen Maßnahmen zur Entfernung der Fremdstoffe ergreifen oder können die Annahme verweigern“, so das Landratsamt. 2023 mussten seinen Angaben zufolge 1558 Tonnen Bioabfälle nachsortiert werden.
Während die gesammelten Mengen an Altpapier relativ stark zurückgingen, bleibt die Menge des anfallenden Verpackungsmülls gleichbleibend hoch. Im Jahr 2023 wurden durch die Dualen Systeme 4569 Tonnen an Leichtverpackungen erfasst, was im Vergleich zu den 4501 Tonnen aus dem Vorjahr einer leichten Zunahme von 1,5 Prozent entspricht.
Hier sieht das Landratsamt Handlungsbedarf: Der Landkreis Ebersberg setze auf Maßnahmen, um Bürgerinnen und Bürger für eine bessere Mülltrennung zu sensibilisieren und unterstütze die Einführung von Mehrwegangeboten in der Gastronomie, heißt es im Bericht für das Jahr 2023. Durch die Zusammenarbeit mit lokalen Unternehmen solle der Verbrauch von Verpackungsmaterialien verringert und umweltfreundlichere Alternativen gefördert werden. Hierzu zählten auch Einkaufsmöglichkeiten ohne Verpackung, wie beispielsweise Unverpackt-Läden, Wochenmärkte und Hofläden. Zusätzlich seien bereits in der Vergangenheit Workshops und Informationsaktionen zur Vermeidung von Plastikmüll organisiert worden, darunter eine monatliche Workshop-Reihe zur Plastik- und Müllvermeidung. Auch die Jugendinitiative Grafing Goes Green engagiere sich durch ihr Konzept der Stempelkarten, Infostände und Clean-up-Aktionen für die Reduzierung von Plastikmüll und diene damit als Vorbild für die jüngere Generation, loben die Fachleute aus dem Landratsamt.



