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Drogenkonsum:Betrugsversuch mit Kunstpenis

Gäbe es einen Preis für den erfindungsreichsten Drogenkonsumenten, Polizisten der Grünwalder Inspektion hätten einen Favoriten, einen 29 Jahre alten Münchner. Ende Oktober war es, als der einschlägig polizeibekannte Mann den Beamten auffiel: drogentypisches Fahrverhalten. Um eine Urinprobe für den Drogentest gebeten, habe der Mann sich nachgerade "erfreut" gezeigt, berichteten die Polizisten. Die kurz darauf pflichtschuldig abgelieferte körperwarme Flüssigkeit im Becher überzeugte die Beamten nicht. Sie nahmen weitere Untersuchungen vor, zu deren Details sie sich nicht näher auslassen wollten. Und sie wurden fündig. Der Delinquent hatte, wohl in Erwartung eines Drogentests, unter seiner Kleidung einen Thermo-Urin-Beutel versteckt. Und, damit alles ganz realistisch aussah, daran einen Kunstpenis befestigt. So konnte er auch dem Augenschein nach völlig korrekt eine richtig temperierte "Körperflüssigkeit" abgeben - natürlich ohne Spuren berauschender Substanzen. Doch alle Hightech half ihm bei den ebenso pfiffigen Grünwalder Polizisten nichts. Er möge doch bitte sein "Echtorgan" benutzen, forderten diese ihn auf. Das tat er. Mit dem fast vorhersehbaren Ergebnis: Marihuana. Der Kunstpenis kam in die Asservatenkammer der Polizei.

© SZ vom 09.11.2018 / bm
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