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Dreharbeiten behindert?:NDR-Reporter erhebt Vorwürfe gegen Polizei

Der frühere Chefreporter des NDR, Christoph Lütgert, 72, hat sich beim Polizeipräsidium München darüber beschwert, dass Polizisten ihn bei Dreharbeiten in der Nähe der Justizvollzugsanstalt Stadelheim behindert hätten. Das Präsidium hat einen entsprechenden Bericht des Online-Branchendienstes Meedia vom Dienstag bestätigt. Der Vorfall soll sich am 14. Oktober ereignet haben. Zwei Polizeifahrzeuge hätten das Auto des NDR-Teams blockiert. "Erst auf meine eindringliche Nachfrage bekamen wir die Auskunft, wir hätten ohne Drehgenehmigung das Gefängnis gefilmt, was nicht zulässig sei", zitiert Meedia aus Lütgerts Beschwerdebrief. Dann habe ein Beamter verlangt, das gedrehte Material sehen zu dürfen, was Lütgert abgelehnt habe. Schließlich soll der Polizist damit gedroht haben, das Material zu beschlagnahmen. Beides wäre unzulässig. Schließlich seien die Beamten jedoch wieder abgezogen. Lütgert hat nun Aufklärung verlangt.

"Wir haben in einer internen Besprechung mit Führungskräften diese komplexe Thematik insbesondere im Lichte des Presserechts nochmals erörtert", erklärte Polizeipräsident Hubertus Andrä am Dienstagabend auf Anfrage. "Die beschleunigte Bearbeitung der vorliegende Beschwerde, zu der selbstverständlich auch die Einsatzkräfte angehört werden, erfolgt derzeit durch die Beschwerdestelle." Die Justizvollzugsanstalt (JVA) bedürfe besonderer Schutzmaßnahmen. Gegen 9.30 Uhr hatte sie der Polizei "verdächtige Wahrnehmungen" gemeldet - nämlich Filmaufnahmen ohne Drehgenehmigung. Daraufhin fuhren zwei Streifen zur Kontrolle.

© SZ vom 25.10.2017 / bm
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