SZ-Podcast „München persönlich“Dragqueen Vicky Voyage über Stadt-Land-Unterschiede und Morddrohungen

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Markus (rechts im Bild) verkörpert die Dragqueen Vicky Voyage. Wie er zu seiner Drag-Persönlichkeit kam, erzählt er SZ-Redakteurin Jana Jöbstl im Podcast.
Markus (rechts im Bild) verkörpert die Dragqueen Vicky Voyage. Wie er zu seiner Drag-Persönlichkeit kam, erzählt er SZ-Redakteurin Jana Jöbstl im Podcast. (Foto: Hanna Hocker)

Als Dragqueen Vicky Voyage liest Markus Kindern Bücher vor. Das sorgte 2023 für eine große Debatte. Wie hat er das Event damals erlebt? Wieso setzt er sich diesem Hass aus? Und was hat sein Skilehrer-Job mit seiner Drag-Persönlichkeit zu tun?

Von Jana Jöbstl

Die Aufregung um die Drag-Lesung für Kinder in einer Münchner Bibliothek war groß. 2023 erregte sie weit über die Grenzen der Stadt hinaus Aufmerksamkeit. Begriffe wie „Kindeswohlgefährdung“ und „woke Frühsexualisierung“ fielen. Die Veranstaltung mit den Drag-Künstlern Vicky Voyage und Eric Big Clit musste von 200 Polizistinnen und Polizisten abgesichert werden. Vor der Tür fanden fünf Demonstrationen statt: vier gegen und eine für die Veranstaltung.

Wie hat das die Dragqueen Vicky Voyage damals erlebt? Wieso setzte sie sich diesem Hass aus? Und wie haben die Kinder eigentlich reagiert?

Hinter der Kunstfigur steckt Markus, der seinen Nachnamen zu seinem Schutz nicht nennen möchte. Diese Form der Lesungen sind ihm wichtig, „weil ich mir früher schon gewünscht hätte, dass es okay ist, so zu sein, wie man ist – und das auch so kommuniziert zu bekommen“. Der gebürtige Kemptener hat seinen Job als Maschinenbauingenieur gekündigt und widmet seine Zeit und sein Geld seiner Kunstfigur. Als Vicky Voyage tourt sie mal als Schneekönigin, mal als Schmetterling, Feuerfee oder Schildkröte durch ganz Süddeutschland. Aus der Münchner Drag-Szene ist Vicky Voyage nicht mehr wegzudenken.

Drag King Eric Big Clit und Dragqueen Vicky Voyage (links im Bild), aufgenommen nach der Kinder-Lesung in der Stadtteilbibliothek, im Juni 2023.
Drag King Eric Big Clit und Dragqueen Vicky Voyage (links im Bild), aufgenommen nach der Kinder-Lesung in der Stadtteilbibliothek, im Juni 2023. (Foto: Sven Hoppe/dpa)

Für die Aufzeichnung wurde die Location BAAD im Glockenbach-Viertel zum Podcast-Studio. Markus erinnert sich an seinen ersten Auftritt als Dragqueen, er erzählt von Vorurteilen, mit denen er konfrontiert wird, von den Auswirkungen seines Outings und erklärt, wieso Drag für ihn immer politisch ist.

Für den Podcast der München-Redaktion treffen sich Ulrike Heidenreich und René Hofmann, die Leiter des Ressorts München, Region und Bayern, sowie Leute-Redakteurin Sabine Buchwald und Social-Redakteurin Jana Jöbstl im Wechsel mit unterschiedlichen Gästen. Sie holen sie an ihrem Wohnort oder ihrem Arbeitsplatz ab und begleiten sie auf deren persönlicher Strecke. Mal mit der Tram, der U-Bahn, mal in einem Taxi oder auch zu Fuß. Oder sie verabreden sich an besonderen Orten in der Stadt für ein Gespräch.

Es geht um aktuelle Projekte und ganz persönliche Pläne, um Themen, die die Stadt bewegen. Das Podcast-Team der SZ lädt Menschen ein, die einen Bezug zu München haben. Sie wohnen in der Stadt oder sind zu Besuch. Sie stammen aus den Bereichen Politik, Gastronomie, Kultur, Sport oder Medien.

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