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Dossier-Affäre:Stoiber zwingt Hohlmeier zur Entschuldigung

Nach SZ-Informationen hat Ministerpräsident Edmund Stoiber von Monika Hohlmeier wegen ihrer Enthüllungs-Drohungen eine "glasklare Entschuldigung" verlangt. Ob Hohlmeier damit als Kultusministerin im Amt bleiben kann, ist aber weiter ungewiss.

Die Entschuldigung von Kultusministerin Monika Hohlmeier für ihren Versuch, Parteikollegen mit privaten Enthüllungen zu erpressen, ist auf massiven Druck von Ministerpräsident Edmund Stoiber zustande gekommen. Nach SZ-Informationen hat Stoiber von Hohlmeier eine "glasklare Entschuldigung" verlangt. Ob Hohlmeier damit im Amt bleiben kann, ist aber weiter ungewiss. Wenn sie durch neue Details in der Münchner CSU-Affäre belastet werde, könne eine neue Lage entstehen, hieß es.

Hohlmeier hatte noch am Freitag bestritten, dass sie Vorstandskollegen aus der Münchner CSU in einer turbulenten Sitzung am 16. Juli mit einem Dossier, das private Enthüllungen enthalten haben soll, unter Druck gesetzt hat. Sie habe niemanden bedroht. Daraufhin war Hohlmeier von den beiden Landtagsabgeordneten Thomas Zimmermann und Ludwig Spaenle, die an der fraglichen Sitzung teilgenommen hatten, offen der Lüge bezichtigt worden. Danach hat sich offenbar Stoiber persönlich eingeschaltet und Hohlmeier zum Einlenken gezwungen. Die Ministerin bedauerte daraufhin öffentlich, dass der Eindruck entstanden sei, sie habe Kollegen unter Druck setzen oder in Misskredit bringen wollen.