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Doku:Reparieren statt resignieren

In "972 Breakdowns" knattern fünf Kunststudenten mit uralten Motorrädern durch die Welt.

Von Josef Grübl

Wenn die uralten Ural Motorräder mal wieder liegen bleiben, schauen sich die fünf Weltenbummler auch nach anderen Transportmitteln um.

(Foto: Leavinghome)

Draußen ist das neue Drinnen, zumindest im Kino: Viele Zuschauer besuchen im Sommer viele Open-Air-Kinos, auch auf den Leinwänden ist Draußensein ein Trend. Veranstalter wie "Kino, Mond und Sterne" im Münchner Westpark zeigen oft Filme, in denen abenteuerlustige Zeitgenossen zu Lande, zu Wasser oder in der Luft um die Welt ziehen. Und da es sehr viele dieser Reisedokus gibt, versuchen sie sich gegenseitig zu übertrumpfen: Je schräger das Reiseziel ist und je schwerer der Weg dorthin, desto besser. Insofern dürfte 972 Breakdowns gute Karten haben: Hier knattern fünf Kunststudenten mit uralten Ural Motorrädern durch die Welt, es geht durch Russland, Kanada und die USA. Doch wie der Titel bereits vermuten lässt, sind sie meistens mit der Reparatur ihrer Maschinen beschäftigt. Man kann das sympathisch finden oder naiv, haben die fünf Weltenbummler doch keine Ahnung, worauf sie sich einlassen. Das hört man auch ihren Kommentaren, die mehr an Diaabende erinnern - und weniger an großes Kino.

Am Ende brachten sie 500 Stunden Filmmaterial mit nach Hause, der bayerische Filmemacher Daniel von Rüdiger machte einen knapp zweistündigen Film daraus, auch die Musik steuerte er bei. Bei "Kino, Mond und Sterne" war 972 Breakdowns schon zu sehen, jetzt läuft er auch regulär in den Kinos an.

972 Breakdowns - Auf dem Landweg nach New York, Regie: Daniel von Rüdiger

© SZ vom 02.09.2020

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