Festival:Der Krieg und die Rückkehr ins Kino

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Festival: Loup Bureau (links neben Festivalleiter Daniel Sponsel) ist für seinen Film "Trenches" mit dem Hauptpreis des Dok-Fests ausgezeichnet worden.

Loup Bureau (links neben Festivalleiter Daniel Sponsel) ist für seinen Film "Trenches" mit dem Hauptpreis des Dok-Fests ausgezeichnet worden.

(Foto: Dok-Fest München)

Gewinnerfilme und Zuschauerzahlen: Das Dok-Fest zieht Bilanz. Noch bis 22. Mai können die meisten Beiträge der 37. Ausgabe online geschaut werden.

Von Bernhard Blöchl, München

Der Krieg in der Ukraine prägt auch das Münchner Dok-Fest. Der Film "Trenches" über Soldaten im Donbass beim Kampf gegen von Russland unterstützte Separatisten ist am Samstag mit dem Hauptpreis des Festivals ausgezeichnet worden. Der französische Regisseur Loup Bureau hat den mit 10 000 Euro dotierten Preis in Form der begehrten Viktor-Statue entgegengenommen. "Die Dringlichkeit des Films hat sich seit seiner Fertigstellung 2021 ins Unermessliche gesteigert", lobte die Jury. Weitere Hauptpreise gingen an Thomas Fürhapter für seine Integrations-Studie "Zusammenleben" (Dok-deutsch) und an Akuol de Mabior für "No Simple Way Home", einen Film über ihre Heimat Südsudan (Dok-Horizonte). Geehrt wurden auch die Beiträge "Hoamweh Lung" von Felix Klee, "Liebe, D-Mark und Tod" von Cem Kaya und "Pushing Boundaries" von Lesia Kordonets. 124 Filme aus 55 Ländern sind seit 4. Mai in Münchner Kinos aufgeführt worden.

Festival: Szene aus dem Dokumentarfilm "Trenches" über den Krieg in der Ostukraine.

Szene aus dem Dokumentarfilm "Trenches" über den Krieg in der Ostukraine.

(Foto: dpa)

Die 37. Dok-Fest-Ausgabe ist am Sonntag zu Ende gegangen. Zum ersten Mal - nach zwei Digital-Editionen - fand das Festival in dualer Form statt. Zunächst in den Partnerkinos, und, noch bis 22. Mai, online im Heimkino. Die Zwischenbilanz der Veranstalter fällt positiv aus. 21 000 Kinobesucher und insgesamt 25 500 Veranstaltungsbesucher (hier zählen auch die Branchen- und Bildungssparten Dok-Forum und Dok-Education dazu) sind ermittelt worden. Im Jahr vor der Pandemie (2019) waren es mehr als 52 000 Zuschauer gewesen. Ein Vergleich ist allerdings schwierig, "da sich bei den letzten Festivals mehrmals alle Parameter verschoben haben", wie Daniel Sponsel sagt.

"Viel Energie und Aufbruchstimmung"

Der Festivalchef gibt sich zufrieden: "Bei unserer Rückkehr in die Kinos haben wir ganz viel Energie und Aufbruchstimmung gespürt. Unser Publikum, unsere Gäste, die Branche: Alle waren begeistert, nach zwei schwierigen, stillen Jahren wieder gemeinsam den Dokumentarfilm im Kino feiern zu können. Wir blicken sehr zufrieden auf die vergangenen eineinhalb Wochen, zumal wir eine großartige Edition auf dualem Weg anbieten konnten: ein barrierefreies Angebot, das auch allen Menschen außerhalb Münchens die Chance bietet, diese Filme zu sehen, von denen die meistens hierzulande ansonsten nicht zu sehen wären."

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