Wer die Augen aufmacht, sieht mehr. Das wissen die Gäste des Dok-Fests München, das betonen auch die drei Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im deutschen Dokumentarfilm „Das Gewicht der Welt“. Nur bringt ihnen das nichts: Obwohl sie regelmäßig auf die Folgen des Klimawandels hinweisen, dringen sie damit in der Öffentlichkeit kaum mehr durch. Selbst im Hörsaal stoße er auf Ablehnung, erzählt der Mainzer Chemie-Professor Sebastian Seiffert im Film: Zuletzt seien 20 Studierende aufgestanden und gegangen. Sein fernsehbekannter Kollege Harald Lesch rät ihm zu folgendem Satz vor Vorlesungen: „Die Natur ist kein Parteimitglied.“
Der Dokumentarfilmer Florian Heinzen-Ziob beschäftigt sich mit der Frage, was passiert, wenn wissenschaftliche Fakten nicht mehr reichen und Forschende in politische Ecken gedrängt werden. Er beobachtet seine Protagonisten (neben dem Chemie-Professor sind das noch eine Glaziologin und eine Molekularbiologin), urteilt aber nicht. „Das Gewicht der Welt“ läuft im Rahmen der Reihe „Eco-Cinema“ und wird insgesamt viermal beim Dok-Fest München gezeigt, nach der Premiere im Deutschen Theater findet ein Filmgespräch statt.
Um die Welt am Kipppunkt geht es auch in den anderen Filmen dieser Reihe, in der Eisbären-Lebensraum-Doku „Nuisance Bear“ etwa oder dem Extremwetter-Klimawandel-Film „We Have to Survive“. Auch der Münchner Filmemacher und Ökoaktivist Mickel Rentsch stellt einen neuen Dokumentarfilm vor: In „Systemwandeln – Die Welt neu entdecken“ ist er mit seinem Fahrradanhänger unterwegs und trifft Menschen, die eine andere Welt ausprobieren. Der Film läuft in der HFF, im Neuen Maxim, im Bellevue di Monaco sowie bei einer Open-Air-Vorstellung im Innenhof der HFF.
Das Gewicht der Welt, D 2026, Regie: Florian Heinzen-Ziob, Premiere beim Dok-Fest am Donnerstag, 7. Mai, 18.30 Uhr, Deutsches Theater; weitere Vorstellungen im Einstein 28, Amerikahaus und in der HFF

