„Das Gewicht der Welt“ beim Dok-Fest München„Die Natur ist kein Parteimitglied“

Lesezeit: 1 Min.

Was geschieht, wenn wissenschaftliche Fakten nicht mehr reichen und Forschende in politische Ecken gedrängt werden? „Das Gewicht der Welt“ geht diesen Fragen nach.
Was geschieht, wenn wissenschaftliche Fakten nicht mehr reichen und Forschende in politische Ecken gedrängt werden? „Das Gewicht der Welt“ geht diesen Fragen nach. Mindjazz Pictures

Was wir über den Klimawandel wissen wollen: Beim Dok-Fest München beschäftigen sich mehrere Filme über die Welt am Kipppunkt.

Von Josef Grübl

SZ bei Google bevorzugen

Wer die Augen aufmacht, sieht mehr. Das wissen die Gäste des Dok-Fests München, das betonen auch die drei Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im deutschen Dokumentarfilm „Das Gewicht der Welt“. Nur bringt ihnen das nichts: Obwohl sie regelmäßig auf die Folgen des Klimawandels hinweisen, dringen sie damit in der Öffentlichkeit kaum mehr durch. Selbst im Hörsaal stoße er auf Ablehnung, erzählt der Mainzer Chemie-Professor Sebastian Seiffert im Film: Zuletzt seien 20 Studierende aufgestanden und gegangen. Sein fernsehbekannter Kollege Harald Lesch rät ihm zu folgendem Satz vor Vorlesungen: „Die Natur ist kein Parteimitglied.“

Der Dokumentarfilmer Florian Heinzen-Ziob beschäftigt sich mit der Frage, was passiert, wenn wissenschaftliche Fakten nicht mehr reichen und Forschende in politische Ecken gedrängt werden. Er beobachtet seine Protagonisten (neben dem Chemie-Professor sind das noch eine Glaziologin und eine Molekularbiologin), urteilt aber nicht. „Das Gewicht der Welt“ läuft im Rahmen der Reihe „Eco-Cinema“ und wird insgesamt viermal beim Dok-Fest München gezeigt, nach der Premiere im Deutschen Theater findet ein Filmgespräch statt.

Um die Welt am Kipppunkt geht es auch in den anderen Filmen dieser Reihe, in der Eisbären-Lebensraum-Doku „Nuisance Bear“ etwa oder dem Extremwetter-Klimawandel-Film „We Have to Survive“. Auch der Münchner Filmemacher und Ökoaktivist Mickel Rentsch stellt einen neuen Dokumentarfilm vor: In „Systemwandeln – Die Welt neu entdecken“ ist er mit seinem Fahrradanhänger unterwegs und trifft Menschen, die eine andere Welt ausprobieren. Der Film läuft in der HFF, im Neuen Maxim, im Bellevue di Monaco sowie bei einer Open-Air-Vorstellung im Innenhof der HFF.

Das Gewicht der Welt, D 2026, Regie: Florian Heinzen-Ziob, Premiere beim Dok-Fest am Donnerstag, 7. Mai, 18.30 Uhr, Deutsches Theater; weitere Vorstellungen im Einstein 28, Amerikahaus und in der HFF

© SZ - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
Zur SZ-Startseite

Dok-Fest München unter neuer Leitung
:„Der Dokumentarfilm ist das Medium der Gegenwart“

Die 41. Ausgabe des Dok-Fests München ist die erste unter der Leitung von Adele Kohout. Wer ist die erfahrene Kulturmanagerin? Was macht sie anders? Und welche Ziele hat sie für das renommierte Filmfestival in Zeiten von Sparzwängen und KI?

SZ PlusVon Bernhard Blöchl

Lesen Sie mehr zum Thema

  • Medizin, Gesundheit & Soziales
  • Tech. Entwicklung & Konstruktion
  • Consulting & Beratung
  • Marketing, PR & Werbung
  • Fahrzeugbau & Zulieferer
  • IT/TK Softwareentwicklung
  • Tech. Management & Projektplanung
  • Vertrieb, Verkauf & Handel
  • Forschung & Entwicklung
Jetzt entdecken

Exklusive Gutscheine für SZ-Abonnenten: