DJ Freak Ass E kommt nach MünchenBock auf Party und Weltreise

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DJ Freak Ass E war zwar noch nie in München, bayerische Autos sind ihm aber offensichtlich nicht ganz fremd.
DJ Freak Ass E war zwar noch nie in München, bayerische Autos sind ihm aber offensichtlich nicht ganz fremd. (Foto: Ilia Gorovitz)

DJ Freak Ass E legt bei der Psychedelic Porn Funk Party im Import Export auf und will mit emotional überraschenden Sounds den Horizont erweitern.

Von Anna Weiß

In der französischen Agenten-Komödie „OSS 117 – Der Spion, der sich liebte“ mit Jean Dujardin lautet die alles entscheidende Codefrage: „Wie ist ihr Frikassee?“ Die richtige Antwort lautet: „Das Frikassee ist vorzüglich“.

Vorzüglich sind auch die Sets des DJs Freak Ass E. Der gebürtige Westberliner selektiert Sounds aus dem Mittleren Osten, Afrika und Lateinamerika, die durch seine Komposition wie vertonte Weltreisen klingen. Und so wie auf jeder Reise die Gemütszustände von euphorisch bis melancholisch wandern, ballern die immer tanzbaren Sets von DJ Freak Ass E nie stoisch auf derselben Temperatur, sondern changieren zwischen verschiedenen Modi.

Eine besondere Reise tritt der DJ, der bürgerlich Eric Mandel heißt, diese Woche an: „Ich war noch nie in München“, sagt der weit gereiste DJ vor seiner Bayern-Premiere. Am Freitag wird er im Import Export bei der Psychedelic Porn Funk Party auflegen, die Partyreihe steht seit Jahren für musikalische Horizonterweiterung mit Nostalgie-Faktor. Damals, bei der Gründung im Jahr 2017, nahmen die Veranstalter das Revival der psychedelischen Musik der 70er vorweg, das mittlerweile im Mainstream angekommen ist. Mit den analogen Liveshows von Kreuzer Lichtmaschine, die 70er-Jahre-Pornografie und harmlose Aufnahmen von Ausflügen mit psychedelischen Lichteffekten überspielten, und Sets von DJs aus München und aller Welt war das eine Neuheit in der Szene.

Zum Glück sind die Abende keine verklärenden Retro-Veranstaltungen. „Ich mach’ mir nicht besonders viel aus Vintage-Pornografie, aber ich weiß, was damit assoziiert wird: eine gewisse Tapetenfarbe, eine bestimmte Schnurrbartform. Musikalisch entspricht das Gitarren und Orgeln“, sagt Mandel, der selbst einen kapitalen Schnurrbart trägt. Er sei froh, sich den richtigen Moustache für die Veranstaltung habe wachsen zu lassen, postet er auf Facebook.

Als Journalist schreibt er über Kultur und Gesellschaft

Ironie und Witz sind Mandel eigen, er reflektiert humorvoll über Musik, Zitate aus vergangenen Epochen und damit verbundene Romantisierungen: „Es gibt im Zusammenhang mit Vintage Porn eine Menge kulturelle Klischees, die ich musikalisch lieber nicht reproduziere“, darunter Rassismus und Exotisierungen. „Gleichzeitig gibt es dahinter aber auch interessante Geschichten, zum Beispiel von italienischen Bands, die vormittags Horrorfilme vertont haben und abends noch zwei Pornos“, sagt er. Dieses Zusammendenken von Musik, Kunst und gesellschaftlichen Phänomenen findet man auch in den journalistischen Arbeiten von Mandel, er schreibt über Themen aus Kultur und Gesellschaft.

Mandel ist schon sehr lange musikalisch aktiv, er war DJ bei der linken Hip-Hop-Gruppe Wahre Schule und Gründungsmitglied der Dub-Gruppe X.A.Cute. Mandel sagt, er „würde zwei Bewegungen ausmachen: Die einen wollten immer nach Zukunft klingen, mit viel Drum und Bass, die Musik von morgen machen. Da hatte ich mehr mit zu tun als mit Nostalgiepartys. Aber da werde ich milder, je älter ich werde“.

Während der Pandemie gründete er ein Musiklabel

Je älter er wird, auf umso mehr Erfahrungen kann Mandel zurückblicken: Er legte und legt in renommierten Clubs und auf Festivals auf der ganzen Welt auf. In Deutschland etwa im Berliner Kater Blau und auf der legendären Fusion, international auf Festivals in Malawai und in israelischen Clubs. Er hat während Corona ein Musiklabel gegründet, mehrere Alben unter dem Künstlernamen Sun Ra Bullock aufgenommen und Livestreams gestartet.

Vor seinem Set spielt der italienische Musiker Upupayāma ein Konzert. Neben Mandel legt einer der Residents auf, DJ Seducation. Er hat Mandel nach München eingeladen, die beiden kennen sich über einen gemeinsamen DJ-Freund aus Israel, Markey Funk. „Couchsurfing ist meine Art des Vernetzens, ich habe ja keine Agentur. Und diese Form finde ich ganz großartig“, sagt Mandel. Man könnte sagen: vorzüglich.

DJ Freak Ass E, Psychedelic Porn Funk Party, Fr., 4. April, 23 Uhr, Import Export

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