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Diskussion:Die Warnungen Kassandras

Deutsch-Amerikanisches Freundschaftsdinner in München, 2015

Madeleine K. Albright, ehemalige Außenministerin der USA, kommt ins Literaturhaus.

(Foto: Florian Peljak)

Ein Literatur-Programm zur Sicherheitskonferenz. Madeleine Albright spricht im Literaturhaus warnende Worte.

"Faschismus: eine Warnung" - der Titel des Buches von Madeleine Albright ist deutlich. Die ehemalige Us-amerikanische Außenministerin weiß in jeder Hinsicht, wovon sie spricht: Ihre Familie musste im vergangenen Jahrhundert gleich zwei Mal aus Prag fliehen - erst vor den Nationalsozialisten, später vor den Kommunisten.

Man könnte Albright, die am Samstag, 16. Februar, im Literaturhaus warnende Worte spricht, als moderne Kassandra bezeichnen. "Kassandra Phänomen" lautet denn auch die Veranstaltungsreihe, mit der das Literaturhaus in diesem Jahr wieder während der Münchner Sicherheitskonferenz auf etwas andere Töne setzt, als man sie im Bayerischen Hof ein paar hundert Meter weiter erwartet. Auch in der LMU ist mit dem Barack-Obama-Vertrauten Ben Rhodes ein spannendes Gespräch zu erwarten.

Im Literaturhaus setzt Madeleine Albright den Schlusspunkt von drei prominent besetzten Veranstaltungen: Am Donnerstag, 14. Februar, sprechen Aleida und Jan Assmann, Träger des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels 2018, über die Bedeutung des Preises für das kulturelle Gedächtnis unserer Gesellschaft. Und am Freitag, 15. Februar, sitzt die norwegische Ministerpräsidentin Erna Solberg auf dem Podium; sie diskutiert mit dem Terrorexperten Peter Neumann und mit Åsne Seierstad. Die Journalistin wurde 2018 für ihr Buch "Einer von uns" mit dem Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung ausgezeichnet. Es handelt vom unfassbaren Mord an 69 Menschen, den Anders Breivik 2011 auf der Insel Utøya verübte. Auch diese Bücher: Warnungen.

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