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Digitalisierung:Über Onlineportale lassen sich freie Tische kurzfristig buchen

So ziemlich die gleiche Möglichkeit haben auch die Besucher der 21 kleinen Wiesnzelte. Die sind nämlich, vor allem mittags unter der Woche, keineswegs alle ausgebucht, wie viele immer glauben. Deshalb haben sie sich nun mit den Buchungsportalen Open Table und Bookatable zusammengetan. Mit ihnen kann man seit diesem Jahr freie Tische dort buchen.

Viele Wiesnbesucher setzen aber nach wie vor auf den Spontanbesuch. Und dabei hilft ihnen schon seit vergangenem Jahr die offizielle Oktoberfest-App des städtischen Portals muenchen.de. Mit ihr bekommt man nicht nur einen höchst detaillierten Plan des gesamten Festgeländes, sondern auch einen Füllstandsanzeiger für sämtliche Zelte. "Wir haben, bevor wir die App entwickelten, vorab die Besucher befragt, was sie sich wünschen", erzählt Nikolaus Gradl, der die App mitkonzipiert hat, "sowohl die Auswärtigen als auch die Münchner wünschten sich einen Überblick darüber, in welchem Zelt noch Plätze frei sind oder ob schon alles besetzt ist."

Digitale Wiesn

Hans Stadtmüller, Wirt der Fischer-Vroni, hat ein Buchungssystem entwickelt, das auch anderen Zelten als Vorbild dient.

(Foto: Florian Peljak)

Daraufhin bastelten die Entwickler einen Algorithmus, der mit jenen Nutzern der App arbeitet, die einer Standorterkennung zustimmten. Auf Basis einer Hochrechnung wurde so die Zeltbelegung ermittelt. Sie ist mittlerweile ziemlich genau, wird aber noch durch real existierende Menschen ergänzt , sogenannte "Crowdspotter", die auf dem Gelände unterwegs sind und die Angaben, wo nötig, ergänzen. Sie sind sozusagen das analoge Element der App, ähnlich den Radieserln im System des Ammerzelts. Demnächst wird die App auch noch ergänzt durch sitzplatzgenaue Innenpläne aller Zelte, damit man bei einer Reservierung nicht umständlich suchen muss.

Die optimale Ergänzung zur offiziellen Oktoberfest-App ist für Freunde der Volksmusik die App "Oide Wiesn". Die Musikantenzeitschrift Zwiefach hat sie entwickelt. Mit ihr ist man immer auf dem Laufenden, was in den Zelten auf der Oiden Wiesn auf dem Programm steht, sowohl musikalisch als auch auf der Speisekarte. Außerdem gibt's Noten und Texte zum Mitsingen.

Und die allerneueste Entwicklung? Ist eine kostenlose Sicherheitsapp für Frauen mit dem Namen "Swift Alarm! Gold". Ein Münchner Startup hat sie programmiert, man kanns sie sich aufs Handy herunterladen und damit binnen Sekundenschnelle einen Notruf per SMS absetzen, an hinterlegte Kontakte und mit genauem, aktuellem Aufenthaltsort (www.swiftalarm.de). Der Nachhauseweg, der oft gefährlicher ist als der Aufenthalt auf dem Festgelände, soll dadurch sicherer werden, und man kann auch im Falle von aufdringlichen Wiesnbekanntschaften unauffällig Hilfe herbeiholen. Die App lässt sich obendrein auch noch kombinieren mit einer Alarmsirene, die mit einer Lautstärke von bis zu 120 Dezibel arbeitet. Die dürfte selbst im Bierzelt noch vieles übertönen.

© SZ vom 26.09.2018/huy
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