Dieter "Didi" Schweiger Die Früchtchen vom Bananen-Didi

Seitdem ist Didi-Wetterfrosch von den Fernsehschirmen verschwunden. Doch Didi und das München-Wetter erlebten eine Renaissance im Internet. "Gleich einen Tag nach der letzten Sendung waren drei Internetsender da, die mich haben wollten", sagt Schweiger. Seither verkündet der gewitzte Münchner jetzt online mit Regenschirm, Sonnenbrille oder Lederhose, was Petrus den Münchnern so bescheren wird. Darüber hinaus hat Schweiger eine eigene Homepage und ein guter Freund widmete ihm eine weitere Seite, weil er fand, dass Didis Wetter nicht sterben dürfe, die Seite ist allerdings noch im Aufbau.

Während Dieter Schweiger erzählt, hantiert er geschickt mit einem zur Apfelwaschanlage umfunktionierten Pflanzensprüher, mit der Waage und den Früchten. Hier und da packt er zu einem Pfirsich noch "den Rest für einen leckeren Obstsalat" ein, schäkert mit den Studentinnen und parliert gut gelaunt mit Rentnern und Touristen.

Akademischer Obstverkäufer mit Doktortitel

Doch das Herz des "glücklichen Unverheirateten" gehört feschen Brasilianerinnen, die ab und an an seinem Stand Papayas und Mangos einkaufen. Es gehört Karl Valentin. Und es gehört dem sechsjährigen Kindergartenkind Max, das in naher Zukunft Schweigers Nachfolger werden soll. "Wir haben ausgemacht, dass der Max die Schule ausfallen lässt und direkt nach dem Kindergarten zehn Jahre bei mir in die Ausbildung geht. Hier lernt man das Leben und am Ende ist der Max Akademischer Obstverkäufer mit zweifachem Doktortitel", berichtet Schweiger. Jeden Tag nach dem Kindergarten kommen Max und sein vierjähriger Bruder Florian, die nicht mit Didi verwandt sind, am Obststandl vorbei - und wenn sie brav waren, gibt es eine Überraschung.

Wie lange er noch das Obst-und Gmiasstandl an der Uni betreiben möchte, weiß Schweiger noch nicht so genau: "Solang's mia a Freid is und solang's mia passt werd i a no mit 90 do sein", hält er sich alle Möglichkeiten offen.

Die Sache mit Simone Kahn

In einem Vierteljahrhundert hat Dieter Schweiger so Einiges erlebt an seinem Gmiasstandl. Er erinnert sich an den Münchner Schriftsteller Sigi Sommer, der mit einer Blondine und einer Brünetten im Arm dem Bananen-Didi einst zurief: "Bua, wenn du des au amoil schaffst, dann hast du's gschafft." Das habe er versucht, gibt Schweiger zu und schweigt wissend. Womit man dann direkt beim Thema Klatsch und Tratsch wäre: "Mit der Simone Kahn, der Frau vom Olli Kahn, hat' i amol a freid", sagt Schweiger und lächelt verschmitzt. So kam er sogar auf das Titelblatt von Die Aktuelle. Aber mehr will er nicht verraten.

Inzwischen ist es spät geworden, die Studenten machen sich auf den Heimweg, das Standl muss abgebaut werden. Am nächsten Morgen wird Bruder Georg neue bunte Schätze aus der Großmarkthalle anschleppen. Und Didi wird gut gelaunt pfeifend sein braunes Gesicht in die ersten Sonnenstrahlen halten und abwarten, was ihm der neue Münchner-Tag so bringen wird.