Musical Die Märchen eines Mädchens

Regisseur Christoph Drewitz war begeistert von Sandra Leitners Energie - und hätte sie auch ohne Bob für die Hauptrolle besetzt.

(Foto: Franziska Hain)

Im Werk 7 startet die Bühnenversion des Filmklassikers "Die fabelhafte Welt der Amélie". Es ist der zweite Versuch von Stage Entertainment, in München ein Musical für längere Zeit zu etablieren.

Fast schon zwanzig Jahre ist es her, dass zahllose Kinobesucher hin und weg waren vom schüchternen Charme der rehäugigen Amélie Poulain, die die Welt ihrer Mitmenschen ein wenig besser machen wollte und dafür Gartenzwerge auf Reisen schickte. Und von den französischen Akkordeon-Klängen von Komponist Yann Tiersen, die man heute noch aus U-Bahn-Stationen klingen hört. Bemerkenswert eigentlich, dass es so lang gedauert hat, bis jemand auf die Idee kam, aus diesem Film ein Musical zu machen. Getan haben das dann ein paar Amerikaner und schickten "Amélie" 2015 an den Broadway - mit mäßigem Erfolg. Vielleicht lag das auch daran, dass am Broadway ein Musical mit neuen Kompositionen, aber ohne die ikonische Musik von Tiersen gespielt wurde. Für die deutsche Version des Musicals haben sich der künstlerische Leiter Christoph Drewitz, der Autor Heiko Wohlgemuth und der Komponist Ratan Jhaveri zusammen getan und eine europäische neu gebaut - mit den amerikanischen Songs und Tiersens Melodien. Das Stück wird von Donnerstag an achtmal die Woche laufen.

Für "Die fabelhafte Welt der Amélie" wurde das Werk 7 im Werksviertel von einer Schul-Turnhalle zum Pariser Caféhaus umgebaut. Im September war in dem Theater die letzte Vorstellung von "Fack ju Göhte" gelaufen, die Musical-Adaption des erfolgreichen Films. Auch bei Göhte hatte Christoph Drewitz Regie geführt, die Besucherzahlen der ersten neun Monate allerdings hatten nicht ausgereicht, das Stück rentabel weiter laufen zu lassen. Drewitz und die Produktionsfirma Stage Entertainment sind aber entschlossen, an dem Standort fest zu halten, in München eine Bühne für kleinere Musicalproduktionen zu etablieren und das Publikum mit dem Theater vertraut zu machen. Ein paar aufmerksame Theatergänger dürften im neuen Cast auch schon ein vertrautes Gesicht erkannt haben: "Amélie"-Schauspielerin Sandra Leitner nämlich. Die 22-Jährige hatte in "Fack ju Göhte" die Rolle der schüchternen Schülerin Laura gespielt.

Die fabelhafte Welt der Amélie, Premiere am Donnerstag, 14. Februar, 19.30 Uhr, Werk 7, Atelierstraße 8, t 21 83 73 00