Die Abgeordneten:Sie fahren nach Berlin

Mindestens 14 Münchnerinnen und Münchner gehören dem nächsten Bundestag an

Von Heiner Effern, Thomas Schmidt

Die bayerische Landeshauptstadt wird wieder eine deutlich zweistellige Zahl von Abgeordneten nach Berlin in den Bundestag entsenden. Wie viele es am Ende genau sein werden, ist erst klar, wenn das amtliche Endergebnis der Wahl feststeht - bei der vergangenen Bundestagswahl vor vier Jahren schafften 14 Münchner den Einzug ins Parlament. Damals war das ein deutlicher Zuwachs, 2013 lag die Zahl noch bei zehn - diesmal wird es so eine Steigerung nicht geben. Und auch so viele neue Gesichter wird es nicht geben. Damals hatte allein die CSU mit drei neuen Kandidaten Direktmandate gewonnen. Und die AfD entsandte erstmals zwei Vertreter nach Berlin. Bei dieser Wahl traten alle bisherigen Münchner Bundestagsabgeordneten erneut an.

Die CSU war bisher der Platzhirsch mit vier Bundestagsmitgliedern aus München. Das gilt nun nicht mehr: Am Sonntagabend sah es so aus, dass die CSU in München drei von vier Direktmandaten holt -doch der vierte im Bunde, Michael Kuffer im Münchner Süden, wird wohl dem Bundestag nicht mehr angehören, weil die CSU mit ihrem Ergebnis kaum Plätze über die Landesliste vergeben kann.

Bei der SPD bleibt - aus Münchner Perspektive - alles gleich. Die Sozialdemokraten schicken nur halb so viele Abgeordnete nach Berlin wie die CSU, nämlich zwei. Sebastian Roloff brauchte sich mit Platz 5 auf der Landesliste zu keinem Zeitpunkt Sorgen machen und auch Claudia Tausend durfte davon ausgehen, dass ihr Listenplatz Nummer zehn eine sichere Bank ist. Der bisherige Abgeordnete Florian Post war auf diese Weise nicht abgesichert. Seija Knorr-Köning steht erst auf Platz 32 der Liste, hat das Rennen um das Direktmandat verloren und ist damit raus.

Die Grünen waren vor der Bundestagswahl die große Unbekannte. Nur zwei Münchner waren über die Liste fest gesetzt: Dieter Janecek (Platz 4) und Jamila Schäfer (Platz 7). Auf Rang elf wird wohl Saskia Weishaupt, Spitzenkandidatin der Grünen Jugend Bayern, den Sprung nach Berlin schaffen - macht drei Münchner Grüne in der Hauptstadt. Das bedeutet für die Grünen einen Zuwachs von mindestens einem Mandat. Ob es vier werden - also so viele wie bei der Münchner CSU -, war am Sonntagabend eher unwahrscheinlich. Margarete Bause könnte es mit Platz 22 schaffen - oder auch nicht.

Was die Entsendung von eigenen Leuten nach Berlin betrifft, überflügelt auch die FDP die SPD. Die Liberalen schicken drei Abgeordnete in die Hauptstadt, denn sie haben ihrem bayerischen Spitzenkandidaten Daniel Föst (Platz 1), Lukas Köhler (Platz 4) und Thomas Sattelberger (Platz 5) exzellente Listenplätze beschert - das war auch notwendig, denn die Chancen darauf, ein Direktmandat zu ergattern, waren dann doch überschaubar.

Was die Kategorie Münchner in Berlin betrifft, ist die AfD weiter gleichauf mit der SPD: Die "Alternative für Deutschland" schickt mit Petr Bystron und Wolfgang Wiehle erneut zwei Abgeordnete in den Bundestag.

Bei der Linken stand mit Nicole Gohlke als bayerische Spitzenkandidatin eine künftige Abgeordnete schon fest, solange die Partei die Fünf-Prozent-Hürde nimmt. Genauso sicher war, dass es sonst niemand aus München nach Berlin schaffen würde, denn dass es auch für Kerem Schamberger mit Listenplatz zwölf reichen würde, war ausgesprochen unwahrscheinlich. Zählt man alles zusammen, sitzen künftig mindestens 14 Münchner im Bundestag.

© SZ vom 27.09.2021
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