Trotz Denkmalschutz:Deutsches Museum nimmt neue Solaranlage in Betrieb

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Der Generaldirektor des Deutschen Museums, Wolfgang Heckl, steht auf dem Dach des Forums der Zukunft zwischen den neuen Photovoltaik-Modulen. (Foto: Deutsches Museum)

Auf dem denkmalgeschützten Dach liefern jetzt 122 neue Photovoltaikmodule den Strom für das Gebäude. Möglich wurde das erst durch eine Gesetzesänderung.

Wer an eine Solaranlage denkt, der hat wahrscheinlich sofort große, silbern spiegelnde Installationen vor Augen. So etwas passt natürlich nicht zu einem denkmalgeschützten Gebäude. Deshalb sind die 122 neuen Photovoltaikmodule auf dem Forum der Zukunft am Deutschen Museum farblich auf das grüne Kupferdach abgestimmt. „Außerdem sind die Platten rahmenlos und haben die gleichen Maße wie die vorhandenen Rauch-Wärme-Abzugsklappen auf dem Dach“, erklärt Dieter Zimmermann, der das Projekt mit betreut.

Rund 500 Kilowattstunden pro Tag soll die neue Photovoltaikanlage auf dem Dach des Forums produzieren, damit soll der Grundbedarf des Gebäudes gedeckt werden. Die optischen Anpassungen werden vom bayerischen Denkmalschutzgesetz vorgegeben, das erst seit einer Neuerung im Juni vergangenen Jahres Solaranlagen auf denkmalgeschützten Gebäuden erlaubt. „Die Installation ist ein Paradebeispiel, wie unser neues Denkmalschutzgesetz den Klimaschutz voranbringen kann“, lobt Wissenschaftsminister Markus Blume (CSU).

Das Forum der Zukunft ist Teil des Deutschen Museums und wurde im Juli 2022 eröffnet. In dem Gebäude an der Ludwigsbrücke finden vor allem Veranstaltungen zu technischen Innovationen statt. „Da passt es nicht wirklich, wenn die Energie für so einen Ort aus fossilen Quellen stammt“, sagt Wolfgang Heckl, der Generaldirektor des Deutschen Museums.

Durch die Photovoltaikanlage sollen jährlich 35 Tonnen Kohlendioxid eingespart werden. Die Kapazität der Anlage ist so berechnet, dass sie genau den Energiebedarf des Gebäudes deckt. „Es fließt also in keinem Fall Energie ins öffentliche Stromnetz“, sagt Zimmermann. Um den Strom möglichst effizient zu nutzen, gibt es einen Speicher mit einer Kapazität von 50 Kilowattstunden. Die Kosten der Anlage in Höhe von 400 000 Euro werden je zur Hälfte vom Freistaat und vom Bund übernommen. Das Museum spare durch die Anlage rund 36 000 Euro Stromkosten pro Jahr.

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