Jahrhundertprojekt "Wir bauen ein uraltes Gebäude um. Da weiß man nicht, was einen erwartet"

Lang geht weiter und betritt den Raum, der bald wieder die Musik-Ausstellung beherbergen wird. Dann deutet er auf eine Empore auf der anderen Seite - dort steht normalerweise eine große Orgel. "Da haben wir erst während der Arbeiten gemerkt, dass die Empore kaputt ist", erzählt Lang und setzt eine betont genervte Miene auf.

Nicht nur die Dimension des Gebäudes, der laufende Museumsbetrieb und die Handhabung der Exponate stellen die Bauarbeiter vor große Herausforderungen; hinzu kommt, dass das Gebäude unter Denkmalschutz steht. "Wir bauen ein uraltes Gebäude um. Da weiß man nicht, was einen erwartet", erklärt Lang. Man müsse mit allerlei Überraschungen rechnen, obwohl für Voruntersuchungen 1300 Löcher in die Wände gebohrt wurden. "Beim Putzabschlagen haben wir zum Beispiel erst gemerkt, dass der Beton wie Blätterteig ist." Da habe man noch erheblich nachbessern und teilweise ganze Deckenabschnitte austauschen müssen, die man eigentlich drin lassen wollte.

Süddeutsche Zeitung München So soll die Zukunft des Deutschen Museum aussehen
Sanierung

So soll die Zukunft des Deutschen Museum aussehen

Ulrich Kernbach, Leiter des Bereichs Ausstellungen und Sammlungen erklärt, was die Besucher erwartet, wenn Ende 2020 der erste Sanierungsabschnitt eröffnet wird.   Interview von Martina Scherf

Über eine hölzerne Treppe geht es jetzt nach ganz oben. Lang will zeigen, dass es nur in den unteren Etagen noch so roh aussieht; das oberste Stockwerk ist schon fast fertig. Er läuft an einem Mann vorbei, der mit einem großen Gerät den Boden abschleift. Hier kann schon bald Estrich verlegt werden. Weiter und hinaus auf die Dachterrasse. Vier Männer sitzen dort auf einer Holzrampe, rauchen und essen ihr Mittagsbrot. Lang deutet auf die großen Fenster, die bereits eingesetzt wurden. Hinter den Scheiben wird sich künftig das Museumsrestaurant "Frau im Mond" befinden, betrieben von den Machern des Flushing Meadows und des Cafés im Vorhoelzer Forum. "Das sieht hier schon so aus, als könnte nächste Woche das Restaurant einziehen."

Viel länger sollen die Bauarbeiten im ersten Abschnitt nicht mehr dauern. Ende 2019 soll damit begonnen werden, die Ausstellungen in dem sanierten Gebäudeteil aufzubauen. Ein Jahr später soll er eröffnet werden, dann beginnt die Sanierung des zweiten Abschnitts. Tausende Objekte müssen dann wieder ausgeräumt werden. Und alle hoffen, bis 2025 mit der Modernisierung fertig zu sein - zum 100. Geburtstag des Deutschen Museums.

Verkehr in München Der Isar-Boulevard - nur ein Traum

Verkehrspolitik

Der Isar-Boulevard - nur ein Traum

Wie können die Flussufer attraktiver werden? Zumindest die Autos werde man nicht verbannen können, heißt es in einem Gutachten der Stadtverwaltung. Die Grünen klagen über das "mutlose Stückwerk".   Von Dominik Hutter